Der Sonntag mit der Bombe: 11 000 Menschen mussten ihre Wohnungen verlassen

Bis zur Wilhelmstraße verlief das Sperrgebiet im Westen. Hier die Kreuzung Franz-Klühs-Straße. (Foto: Thomas Frey)

Kreuzberg. Der 25. Oktober war für die Bewohner der südlichen Friedrichstadt kein Sonntag wie jeder andere.

Der Grund war eine etwa 250 Kilogramm schwere amerikanische Fliegerbombe, die am 23. Oktober auf einem Baufeld in der Lindenstraße entdeckt wurde. Von dem Blindgänger ging zwar keine unmittelbare Gefahr aus. Aber er musste entschärft werden.

Das passierte dann zwei Tage später. Zuvor war das gesamte Areal zwischen Wilhelm- und Alte Jakobstraße sowie zwischen Hallesches Ufer und Rudi-Dutschke-, beziehungsweise Putkamerstraße abgesperrt worden. Alle Einwohner in diesem Gebiet mussten ab 9 Uhr ihre Wohnungen verlassen. Lokale oder Hostels blieben ebenso geschlossen, wie das Jüdische Museum und die Berlinische Galerie, die sich im Sperrkreis befanden. Busse wurden umgeleitet, die U-Bahnlinien 6 und 12 waren ab dem frühen Nachmittag unterbrochen.

Die Evakuierung der insgesamt 11 000 Betroffenen dauerte länger als gedacht. Manche Bewohner hatten im Vorfeld von dem Bombenfund nichts mitbekommen und wurden erst durch Lautsprecherdurchsagen darauf aufmerksam. Noch am späteren Nachmittag wurden einzelne Personen in ihren Wohnungen entdeckt. Ältere Menschen waren oft auf fremde Hilfe angewiesen, die sich bei einigen sehr verzögerte. Viele Senioren wurden in den BVV-Saal im Rathaus Kreuzberg gebracht, der als temporäre Unterkunft diente.

Erst gegen 18 Uhr konnte die Bombe entschärft waren. Dabei gab es keine Probleme. Kurz darauf wurde die Sperre aufgehoben. tf
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