Warten auf ein Gutachten: Expertise soll über Zukunft des Baerwaldbads entscheiden

Die große Schwimmhalle im Baerwaldbad (Bild) ist seit Mai, die kleine Halle schon seit März geschlossen. (Foto: Thomas Frey)
Berlin: Baerwaldbad |

Kreuzberg. Seit Frühjahr ruht der Schwimmbetrieb im Baerwaldbad. Wie mehrfach berichtet hatte das bezirkliche Gesundheitsamt die Schließung verfügt, weil es die Sicherheit der Badegäste nicht gewährleistet sah.

Ob diese Vermutung richtig war und vor allem, wie es mit einer erneuten Wiederinbetriebnahme der traditionellen Badeanstalt aussieht, soll jetzt ein Gutachten klären.

Der Auftrag für diese Expertise werde an einen Anbieter wie den TÜV oder die Dekra vergeben, erklärte Sportstadtrat Dr. Peter Beckers (SPD) bei der Sitzung des Sportausschuss am 11. November. Was genau untersucht werden soll, werde in einer Aufgabenbeschreibung definiert, die die sogenannte AG Baerwaldbad verabschieden will. Zu der Arbeitsgemeinschaft gehören Vertreter mehrerer Verwaltungen, unter anderem aus den Abteilungen Gesundheit und Bauen.

Im Mittelpunkt ihrer Vorgaben steht dabei dabei das Thema Belüftung. Sie könnte verantwortlich sein für die Schimmelbildung im Bad, so eine Vermutung. Sei es wegen Repaturbedürftigkeit oder auf Grund unsachgemäßer Bedienung.

Der Gutachter soll noch in diesem Jahr seine Arbeit aufnehmen und bis Ende Januar ein Ergebnis vorlegen. „Ich gehe davon aus, dass es dazu führt, dass wir das Baerwaldbad nach den Winterferien wieder öffnen können“, sagte Stadtrat Beckers und machte damit deutlich, welchen Ausgang der Prüfung er erwartet. Geklärt wäre dann hoffentlich die Frage, ob von der Lüftungsanlage eine Gefahr für die Badegäste ausgeht oder nicht. Das Gesundheitsamt vermutete das zumindest.

Wie mehrfach berichtet gibt es am Vorgehen der Behörde teilweise massive Kritik. Eine außergewöhnliche Koalition von SPD, Linken, CDU und Piraten hält das Agieren des Amtes für nicht immer nachvollziehbar. Und direkt oder indirekt kam der Vorwurf, beim Baerwaldbad werde besonders genau hingeschaut und das Einstellung des Badebetriebs sei auch politisch motiviert gewesen.

Dagegen verwahrte sich Bürgermeisterin und Gesundheitsstadträtin Monika Herrmann (Bündnis90/Grüne). Es gebe dort Probleme, die einfach nicht mehr übersehen werden konnten, erklärte sie. „Und niemand hat ein Interesse daran, dass das Bad dauerhaft stillgelegt wird.“

Die Baerwaldbadfreunde im Ausschuss irritierte außerdem, dass seit der Zwangsschließung vor einem halben Jahr anscheinend wenig passiert ist. Frank Vollmert (SPD) kritisierte, dass erst jetzt die Vorgaben für das Gutachten erarbeitet werden sollen. „Bisher existiert also noch kein Katalog für die Wiederöffnungsbedingungen?“, stieß der CDU-Fraktionsvorsitzende Götz Müller in Frageform ins gleiche Horn.

Abgesehen vom Thema Belüftung sind im Gebäude an der Baerwaldstraße weitere Sanierungsmaßnahmen geplant. Wie und in welchem Zeitrahmen sie stattfinden sollen, muss aber noch geklärt werden. Und zwar durch ein weiteres Gutachten. tf
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