Polizei berät zu Einbruch- und Diebstahlschutz

Während des Aktionstags verteilte die Polizei Infomaterial. Einzelberatungen können aber jederzeit vereinbart werden. (Foto: Wrobel)
 
Die Präventionsbeauftragte der Polizeidirektion 6, Alexandra Nerger (rechts), informierte vor Kurzem gemeinsam mit Kolleginnen Passanten am Bahnhof Lichtenberg. (Foto: Wrobel)

Lichtenberg. Die meisten Wohnungseinbrüche gibt es im Norden des Bezirks. Doch Bewohner können sich trickreich davor schützen. Wie, das weiß die Polizei. Und gibt ihr Wissen an die Bürger weiter.

Als eine Seniorin der Polizistin erzählt, wie sie sich vor Einbrüchen schützt, muss die Beamtin kurz schmunzeln. "Ich schiebe jeden Abend meine Kakteen vor die Balkontür", erzählt die 70-Jährige. Die Beamtin lobt den Versuch der alten Dame, etwas zu unternehmen. Doch schützen wird diese ungewöhnliche Maßnahme kaum. Das tun nur technische Maßnahmen an Türen und Fenstern – und eine wache Nachbarschaft.

"Wenn ein Täter bei mir in die Wohnung einbrechen will, wird er es auch irgendwie schaffen – so denken viele Menschen und verzichten deshalb oft auf technische Sicherheitsmaßnahmen", sagt Alexandra Nerger. Die Präventionsbeauftragte der Polizeidirektion 6 weiß jedoch: "Wenn es ein Täter nicht auf Anhieb schafft, in die Wohnung zu kommen, unterbricht er meist seinen Einbruchsversuch." Wie sich Bürger vor Wohnungseinbrüchen, Taschen- und Autodiebstahl schützen können, darüber informierte die Polizei am 10. November bei dem Aktionstag "Sicher durch den Tag" am Bahnhof Lichtenberg. Rund ein Dutzend Polizeibeamte und Sicherheitsdienst-Mitarbeiter der BVG klärten Fahrgäste und Passanten darüber auf, wie sie sich vor den häufigsten Delikten schützen können. Doch auch über den Aktionstag hinaus gibt es die Möglichkeit, sich Rat zu holen. "Bei Wohnungseinbrüchen wird die Zahl in diesem Jahr voraussichtlich das Niveau des vergangenen Jahres erreichen", sagt berichtet Alexandra Nerger. 2015 gab es in ganz Berlin 11 815 von der Polizei erfasste Fälle, Lichtenberg verzeichnete eine Zunahme der Wohnungseinbrüche um 36,4 Prozent. Die meisten dieser Delikte wurden in Alt-Hohenschönhausen gezählt: In Alt-Hohenschönhausen-Nord wurden 107 Fälle registriert, in Alt-Hohenschönhausen-Süd 102. Mit insgesamt 730 Fällen führt der Bezirk aber noch nicht die Spitze in der Polizeistatistik an. Die meisten dieser Delikte zählte die Polizei in Charlottenburg-Wilmersdorf mit 1567 Fällen.

"Doch gerade die Bezirke am Rand von Berlin sind für reisende Täter attraktiv", erklärt Alexandra Nerger. Hier bieten sich auch vielfältigere Chancen zum Einbruch – vom Einfamilienhaus bis zur Mietwohnung in einer Großsiedlung.

"Jeder Bürger kann sich kostenlos von der Polizei beraten lassen, wie man sich technisch am besten ausrüstet", sagt die Präventionsbeauftragte. "Am besten, man macht Fotos von der Wohnungstür, der Türzarge – sogar der Balkontür, wenn sie im dritten Stockwerk liegt. Denn bis dahin schaffen es viele Einbrecher ohne viel Mühe", so Alexandra Nerger weiter. Wohnungsmieter können einen Termin in der Beratungsstelle Einbruchsschutz am Platz der Luftbrücke 5 vereinbaren – unter  46 64 97 99 99. Hauseigentümer haben sogar die Möglichkeit, sich zu Hause von den Fachberatern individuell Tipps zu holen. Der Besuch vor Ort ist kostenlos. Noch bis kommenden Jahres läuft ein Förderprogramm des Bundesbauministeriums, das den Einbau von einbruchhemmenden Fenstern und Türen mit bis zu 1500 Euro fördert. KW

Weitere Informationen dazu gibt es unter www.kfw.de.
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