Faszination und Respekt prägen die Geschichten um den Stechlinsee

Der Stechlinsee mit einer Sichttiefe von bis zu zehn Metern gehört zu den saubersten Seen Deutschlands. (Foto: Archiv Regio Nord)
Stechlin: Touristeninformation Stechlin |

Ein Naturidyll erwartet uns am Stechlinsee. An lauen Sommertagen, wenn der See still in der Sonne glitzert, mag man den Worten Theodor Fontanes kaum Glauben schenken.

Fontane schrieb einst über den Stechlinsee: "Hier waren Strudel und Trichter, und staubende Wasserhosen tanzten zwischen den Ufern hin. Er geht 400 Fuss tief und an mehr als einer Stelle findet das Senkblei keinen Grund. Und Launen hat er, und man muss ihn ausstudieren wie eine Frau." Den Launen des Stechlinsees, um die sich in der Tat viele Legenden ranken, steht seine Schönheit jedenfalls in nichts nach. Sein Name ist abgeleitet aus dem slawischen "steklo", was soviel wie glasklar bedeutet. Tatsächlich stand hier einst eine Glashütte, aber auch die Sichttiefe von zuweilen zehn Metern mag für die Namensgebung ausschlaggebend gewesen sein.

Seit 1938 ist der See, der mit 425 Hektar Fläche und fast 70 Meter Tiefe als der größte nährstoffarme Klarwassersee Norddeutschlands gilt, Teil eines Naturschutzgebietes. Zur Freude von Ruhesuchenden sind Motorboote nicht erlaubt. Und es ist wohl auch das einzigartige Ökosystem, welches dazu geführt hat, dass gerade hier das Leibnitz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei ein Seelabor unterhält. Das Institut untersucht die Einflüsse des Klimawandels auf den See. Und dessen Mitarbeiter waren es auch, die im Jahre 2000 die Fontane-Maräne als eine Fischart identifizierten, die ausschließlich hier vorkommt. Ein Grund mehr also, mit dem See respektvoll umzugehen. Was die einheimischen Fischer übrigens längst wissen und beherzigen - denn alle kennen hier die Sage vom Roten Hahn, dem Wahrzeichen des nahen Ortes Neuglobsow. Keinem will es ergehen wie dem Fischer Minack, der einst die begehrten Maränen dort fischen wollte, wo er nicht sollte. Der Legende nach stieg der Rote Hahn aus dem See hervor und zog den Unbelehrbaren in die Tiefe. Das wird Wanderern, Schwimmern und Paddlern am Stechlinsee heutzutage sicher nicht passieren. Zumindest, solange sie sich den Respekt vor Flora und Fauna bewahren ...

Der Stechlinsee ist aus Berlin über die B 96 (Richtung Stralsund) zur erreichen. Ab Gransee einfach der Ausschilderung Richtung Neuglobsow/Menz folgen. Bis Neuglobsow am Stechlinsee sind es dann noch circa 20 Kilometer. Mit der Bahn geht’s von Gesundbrunnen nach Fürstenberg (Havel), von dort weiter mit der Buslinie 839 nach Neuglobsow (am Wochenende als Rufbus unter 03306 23 07).

Touristinformation Stechlin (im Stechlinsee-Center), Stechlinseestraße 17, 16775 Stechlin OT Neuglobsow, 033082 702 02, im Internet: www.stechlin.de.

Michael Vogt / mv
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