Länger faltenfrei: Jung bleiben dank Cremes und Injektionen

Winzig kleine Stiche: Micro Needling soll die Neuproduktion von Kollagen- und Elastinfasern anregen. (Foto: Magdalena Rodziewicz)

40 ist das neue 20, mit 66 fängt das Leben erst an und so weiter. Das alles klingt gut, aber die Haut macht dabei oft nicht mit. An ihr nagt nun mal der Zahn der Zeit. Feuchtigkeit ist eines der besten Mittel, um Anzeichen der Alterung zu mindern.

Feuchtigkeit sorgt dafür, dass die Haut von innen sanft aufgepolstert wird – kleine Fältchen verschwinden, der Teint wirkt glatter und straffer. Aber im Laufe der Jahre verliert das menschliche Gewebe seine Fähigkeit zur Feuchtigkeitsspeicherung. Hier kann die sogenannte Tiefenhydration helfen: "Dabei wird die Haut von innen mit wertvoller Feuchtigkeit versorgt. Während der Behandlung werden Mikroreservoirs von stabilisiertem Hyaluron in die Haut injiziert", erklärt Hautarzt Stefan Duve. "Diese weiche, gelartige Substanz absorbiert Wasser und versorgt die Haut auch in den tieferen Schichten."

Allergien sind bei der Injektion von Hyaluronsäure nicht bekannt. Mittlerweile ist die Beauty-Forschung so weit, dass die Säure, die heute aus Mikroorganismen wie Weizen gewonnen wird, auch von außen aufgenommen werden kann, durch Cremes und Seren.

Ein weiterer Baustein der jungen Haut ist das Kollagen. Dieses Protein ist mit rund 60 Prozent der Hauptbestandteil des Bindegewebes und sorgt für dessen Elastizität, sprich die Straffheit der Haut. Die Kollagenproduktion lässt im Laufe der Zeit nach. Dagegen kennt die Kosmetik heute zwei Möglichkeiten: zum einen Cremes, die die körpereigene Produktion anregen. Das tun etwa Peptide, die quasi eine Verletzung der Kollagen bildenden Zellen simulieren und somit ihre Reparaturmechanismen anregen.

Zum anderen gibt es minimal invasive Methoden. Eine Möglichkeit ist zum Beispiel das sogenannte Medical-Needling. "Dabei werden die Selbsterneuerungs-Mechanismen der Haut auf natürlichem Weg aktiviert und die Neuproduktion von Kollagen- und Elastinfasern angeregt", erläutert Roman Zirwen, Arzt für Ästhetische Medizin und Anti-Aging in Bremen. Beim Medical-Needling macht sich die Kosmetik das Prinzip der Narbenbildung zu eigen: Eine Narbe besteht aus Kollagen, allerdings bildet sich das Gewebe unregelmäßig. Anders ist es bei sogenannten Mikro-Verletzungen. Diese sind so winzig, dass danach keine Narbe entsteht. Dennoch wird durch diese Verletzung die Bildung von neuem Kollagen angeregt, das sich gleichmäßig verteilt.

Wichtig ist beim Medical-Needling eine sorgfältige Hygiene: Auch bei mikroskopisch kleinen Verletzungen kann es sonst zu Infektionen kommen. Das Risiko dafür wird aber als sehr gering eingestuft.

Neben den kosmetischen Maßnahmen wird ein weiterer Bereich innerhalb des Anti-Agings immer wichtiger: "Gesunde Ernährung zusammen mit ausreichend Schlaf und Verzicht auf Nikotin sind immer noch die wirksamsten Faktoren gegen frühzeitiges Altern", bringt die Dermatologin Uta Schlossberger es auf den Punkt. mag
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