Sport und Entspannung können helfen

Regelmäßige Kopfschmerzen können Anzeichen einer ernsthaften Erkrankung sein - Betroffene sollten das vom Arzt abklären lassen. (Foto: Monique Wüstenhagen)

Spannungskopfschmerzen und Migräne sind die am weitesten verbreiteten Kopfschmerzarten. Oft treten sie in Zusammenhang mit bestimmten Verhaltensweisen auf. So können zu wenig Bewegung, Stress, Schlafmangel oder unregelmäßiges Essen und Trinken die Schmerzen begünstigen oder verstärken.

  • Spannungskopfschmerz: Er steht auf Platz eins der häufigsten Kopfschmerzarten. Der leichte bis mittelstarke Schmerz ist laut Susann Seddigh, Neurologin und Leitende Oberärztin am DRK Schmerz-Zentrum Mainz, dumpf und drückend. Er könne mehrere Tage lang anhalten, bessere sich jedoch häufig an der frischen Luft. Es gibt keine Begleitsymptome, und die Patienten können trotz der Schmerzen meist gut ihren Alltagsbeschäftigungen nachgehen.
Bei einem akuten Anfall von Spannungskopfschmerz helfen schmerzhemmende Wirkstoffe wie Aspirin, Paracetamol oder Ibuprofen. Ebenso wirksam sei Pfefferminzöl, erläutert Prof. Hartmut Göbel, Chefarzt der Schmerzklinik Kiel. Das Öl wird äußerlich auf Stirn, Schläfen und Nacken aufgetragen. Vorbeugend sei es hilfreich, für eine mentale und muskuläre Entspannung zu sorgen, empfiehlt er. Auch eine Sporttherapie könne sich positiv auswirken.

  • Migräne: Anders als der Spannungskopfschmerz ist eine Migräneattacke verbunden mit Begleiterscheinungen wie Übelkeit, Erbrechen sowie Licht- und Geräuschempfindlichkeit. Der pochende, pulsierende Schmerz der Migräne wird bei körperlicher Belastung schlimmer, ein normaler Tagesablauf ist oft unmöglich. Frauen sind deutlich häufiger von Migräne betroffen als Männer. Während etwa sieben Prozent der männlichen Bevölkerung unter Migräneattacken leiden, seien es bei den Frauen 12 bis 14 Prozent, sagt Stefanie Förderreuther von der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft.
Bei der Behandlung sei zu unterscheiden zwischen vorbeugenden Maßnahmen und der Therapie der Attacke, erläutert die Neurologin. Zur Bekämpfung der Attacke sollten Schmerzmittel in Verbindung mit Medikamenten gegen Übelkeit eingenommen werden. Entscheidend sei es, frühzeitig mit der Einnahme zu beginnen und eine ausreichend hohe Dosierung zu wählen, die höher liege als etwa beim Spannungskopfschmerz. Das Medikament gegen Übelkeit sollte zuerst eingenommen werden, weil dann die Schmerzmittel eine bessere Wirkung zeigten, empfiehlt Förderreuther.

Vorbeugend rät die Neurologin zu regelmäßigem Ausdauersport sowie zum Erlernen von Entspannungstechniken. Auch eine Verhaltenstherapie zum Stressabbau helfe im Einzelfall. Eine prophylaktische Medikamentengabe über einen begrenzten Zeitraum könne die Erkrankung zudem "beruhigen". Das sei zu empfehlen, wenn Migräneattacken mehr als dreimal pro Monat auftreten, lange anhalten und nicht gut auf die Akuttherapie ansprechen. Migräne ist in jedem Fall eine Kopfschmerzart, die ärztlich abgeklärt werden sollte.


dpa-Magazin / mag
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