Jobs in der NGO-Arbeit

Anike Peters gelang der Einstieg bei Greenpeace über ein Praktikum. (Foto: Greenpeace)

Mit dem Job die Welt ein kleines Stückchen verbessern - das ist der Antrieb von Anike Peters. Die 30-Jährige ist für Greenpeace in Hamburg tätig. Das Ziel der Kampagnen, die sie mitentwickelt, ist der deutsche Ausstieg aus der klimaschädlichen Kohlekraft bis spätestens 2040.

Nichtregierungsorganisationen, kurz NRO oder englisch NGO genannt, kennt fast jeder aus den Medien. Greenpeace, Brot für die Welt oder Human Rights Watch machen bei verschiedenen Aktionen auf sich aufmerksam. Auf Themenfeldern wie Entwicklungspolitik, Menschenrechte, humanitäre Hilfe oder Natur und Umwelt sind sie aktiv.

Das Klischee der zusammengewürfelten, basisdemokratischen Aktionsgruppen ist durch die zunehmende Professionalisierung der meisten NGOs mittlerweile überholt. "Zwar findet man Quereinsteiger, aber in vielen Arbeitsbereichen erwarten NGOs wie andere Arbeitgeber eine entsprechende Ausbildung", sagt Kathrin Voss aus Hamburg. Die Beraterin hat sich auf den NGO-Bereich spezialisiert. "Interesse für das Thema und Engagement reichen nicht mehr aus."

Wer einen Job bei einer NGO anstrebt, sollte neben Fachkompetenz und praktischen Erfahrungen vor allem Flexibilität und Kommunikationsstärke mitbringen. Außerdem müsse er sich in höherem Maße mit den Zielen des Arbeitgebers identifizieren, als das zum Beispiel bei Unternehmen der Fall ist, erklärt Voss. Eine typische Stelle für Einsteiger sei die Projektassistenz, erklärt Kirsten Prestin vom Verband Entwicklungspolitik deutscher Nichtregierungsorganisationen (VENRO). Auch Volontariate oder Trainee-Stellen sind geeignet. Bewerber erhöhen ihre Chancen, wenn sie zunächst ein Praktikum machen.

Grundsätzlich sind bei NGOs Menschen mit vielen beruflichen Qualifikationen gefragt - vom kaufmännischen Angestellten über den Lehrer bis hin zum Arzt oder Ingenieur. Sehr begehrt sind auch Verkaufs- und Vertriebskräfte für den Bereich Fundraising, das Fundament der NGO-Arbeit.

Beim Gehalt müssen NGO-Angestellte im Durchschnitt allerdings zurückstecken - gerade bei kleineren Organisationen. "Die Entlohnung ist verglichen mit der freien Wirtschaft oder staatlichen Jobs eher gering", erzählt Torben Klages, Büroleiter der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg. Ohne Überstunden kommt er in seinem Job nicht aus. Dennoch kommt keine Unzufriedenheit auf. "Bei anderen Jobs in meinem Leben habe ich mehr Geld verdient, die waren aber viel weniger sinnerfüllt für mich", sagt er.

Literatur: Christiane Frantz: "Karriere in NGOs. Politik als Beruf jenseits der Parteien", Springer, 49,99 Euro, ISBN 978-3531145884. Weitere Informationen unter www.spinnen-netz.de und www.venro.org.

dpa-Magazin / mag
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