Tipps für die Arbeit im Homeoffice

Morgens im Schlafanzug zu Hause ein oder zwei Stunden arbeiten - und dann die Kinder in die Kita fahren: Das Homeoffice macht es möglich. Wer zu Hause arbeitet, ist flexibel. Doch es besteht auch die Gefahr, schlechter von der Arbeit abschalten zu können oder weniger produktiv zu sein. Einige Regeln sind bei der Heimarbeit daher zu beachten.

Weil der Zeitdruck fehlt, fangen viele an, zu trödeln oder Wichtiges auf später zu verschieben, sagt der Psychologe Dietrich Manzey. Er arbeitet am Institut für Psychologie und Arbeitswissenschaft der Technischen Universität Berlin. Wer im Homeoffice erfolgreich sein will, sollte deshalb zunächst einmal darauf achten, Wohn- und Arbeitsbereich strikt zu trennen, rät Christian Weilmeier, Motivationscoach in Berlin. Ideal sei ein eigenes Arbeitszimmer. Bei der Ausstattung lohnt es sich, in Büromöbel zu investieren.

Vom Laptop rät Weilmeier im Homeoffice ab. Menschen, die täglich in den heimischen vier Wänden arbeiten, sollten sich lieber einen PC mit stationärem Bildschirm und eigener Tastatur zulegen. Das vermeide zu nahes Sitzen vor dem Bildschirm und schone die Augen.

Um Wichtiges nicht auf die lange Bank zu schieben, sollten Berufstätige im Homeoffice sich einen Zeitplan machen. "Am besten stellen Heimarbeiter sich den Ablauf des nächsten Tages am Vorabend zusammen", rät Weilmeier. Wer nach dem Motto "Womit fang ich denn heute an?" in den Tag startet, schaffe meist nicht viel, ergänzt Prof. Michael Kastner. Er arbeitet am Institut für Arbeitspsychologie und Arbeitsmedizin in Herdecke.

Doch was nützt ein gut strukturierter Tagesablauf, wenn gerade in der produktiven Phase die Ideen ausbleiben? Viele Heimarbeiter hätten Bedenken, zu Hause unkreativ zu sein, erzählt Weilmeier. Im heimischen Büro fehle der Austausch mit Kollegen, die Diskussion in großer Runde. "Alles halb so schlimm", gibt er Entwarnung. Es müsse ja nicht immer die ganz große Idee sein. "Was einem bei disziplinierter Arbeit einfällt, reicht für ein gutes Ergebnis meist aus."

Daneben sitzt Heimarbeitern noch eine andere Angst im Nacken: So glaubt mehr als ein Viertel der Befragten in einer aktuellen Bitkom-Studie, dass die Arbeit von zu Hause der beruflichen Karriere schaden könnte. Für Manzey nicht ganz unbegründet. "Wer nur zwei bis drei Tage in der Woche im Homeoffice arbeitet, ist in dieser Zeit von der Kommunikation im Büro ausgeschlossen." Von Entscheidungen und Absprachen erfahren die Kollegen zu Hause oft erst später. Wichtig sei deshalb, zu Hause den Kontakt zur Firma nicht zu verlieren.


dpa-Magazin / mag
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