Strip am Trapez: Neue Artistik-Zirkusshow im renovierten Chamäleon

Die australische Zirkus-Kompanie C!RCA zeigt im Chamäleon die Akrobatikshow „Wunderkammer“. (Foto: Dirk Jericho)
Berlin: Chamäleon Theater |

Mitte. Im imposanten Ballsaal des heutigen Chamäloen Theaters in den Hackeschen Höfen gibt es seit über 20 Jahren atemberaubende Artistikshows. Jetzt spielt die australische Zirkus-Kompanie C!RCA das Zirkuskabarett „Wunderkammer“.

Der muskulöse Körper steckt im Anzug. Doch Jarred Dewey von der australischen Kompanie C!RCA pellt sich aus, während er oben über der Bühne am Trapez schwebt und turnt. Gekonnt zieht er seine Rüschenstrümpfe aus, zuppelt frivol mit dem Mund die fingerlosen Handschuhe ab, bis zum Schluss die Hose fällt und der Artist nur noch im schwarzen Spitzenhöschen an der Stange hängt.

„Sexy, gefährlich und aufregend“ ist die neue „Wunderkammer“-Show im Chamäleon Theater, wie der künstlerische Leiter von C!RCA, Ben Knapton, sagt. Bis Februar wollen die vier Männer und zwei Frauen das Publikum mit ihrer Akrobatikshow, einer Mischung aus Tanz, Kabarett und Burlesque begeistern. Die Australier waren bereits 2010 mit einer ähnlichen Show im Chamäleon.

Seit 2004 bietet das neue Chamäleon Akrobatiktheater im 1906 erbauten Ballsaal. Der Betreiber davor, der seit 1991 Komödien-Varieté machte, musste wegen Insolvenz aufgeben. Die private Chamäleon Theater GmbH ist „eine internationale Bühne für Neuen Zirkus“, wie Chamäleon-Chefin Anke Politz das Programmprofil nennt.

Im Sommer wurde das Theater denkmalgerecht saniert. Das über 100 Jahre alte Eichenparkett war ramponiert, der Boden musste samt Unterbau erneuert werden. 500 originale Parkettstäbe konnten erhalten bleiben, wie Chamäleon-Direktor Hendrik Frobel jetzt sagte. Restauriert wurden auch die historischen Wandpaneelen. Auf den Balkonen gegenüber der Bühne, die bisher für die Technik genutzt wurden, sind 28 exklusive Logenplätze entstanden. Die Zuschauer dort oben haben allerdings keine Tische, an denen man speisen kann. Auch das spezielle Chamäloen-Feeling, mittendrin zu sein, wenn die Artisten auf der Mittelbühne ihre Kunststückchen zeigen, wird von oben ein anders sein.

Insgesamt hat die denkmalgerechte Sanierung eine halbe Million Euro gekostet. Allein hätte dies das private Theater nicht schaffen können. Die Lottostiftung hat 110 000 und das Denkmalamt 50 000 Euro dazugegeben. Auch der Eigentümer der Hackeschen Höfe hat sich mit 100 000 Euro beteiligt.

Im kommenden Jahr kommen mit dem schwedischen Cirkus Cirkör und dem tschechischen Cirk La Putyka zwei neue Zirkuskompanien, um atemberaubende Varietéshows zu zeigen. Im Chamäleon werden sowohl Gastspiele als auch Eigenproduktionen auf die Bühne gebracht. Das Theater an der Rosenthaler Straße 40/41 hat 312 Plätze und spielt ganzjährig 360 Vorstellungen. DJ

Tickets für die Show „Wunderkammer“ kosten zwischen 29 und 69 Euro. Buchung unter www.chamaeleonberlin.com oder  400 05 90.
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