Amt befragt Anwohner: Neue Milieuschutzgebiete werden untersucht



Ab Mitte April bekommen per Zufallsstichprobe ausgewählte Haushalte in den Beobachtungsgebieten für einem Milieuschutz Fragebögen zugeschickt.



Mit den Antworten will das vom Bezirk beauftragte Büro LPG Landesweite Planungsgesellschaft mbH ermitteln, wie die Situation der Bewohner in den Wohngebieten Lützowstraße, Körnerstraße, Thomasiusstraße, Invalidenstraße, Oranienburger Straße und Alexanderplatzviertel ist. Voruntersuchungen von 2014 hatten ergeben, dass es dort einen Verdrängungsdruck gibt. Bestätigt sich das bei der „vertiefenden Untersuchung", will Baustadtrat Ephraim Gothe (SPD) weitere soziale Erhaltungsgebiete deklarieren.

Mit einer sogenannten Milieuschutzverordnung sollen Bewohner vor Mietenexplosionen und Verdrängung geschützt werden. Hauseigentümer haben strenge Auflagen; Luxusmodernisierungen werden nicht genehmigt. Auch Umwandlungen von Miet- in Eigentumswohnungen sind prinzipiell nicht mehr möglich.

Bisher hat der Bezirk in den Gebieten Birkenstraße und Waldstraße in Moabit sowie Leopoldplatz, Sparrplatz und Seestraße in Wedding Milieuschutz erlassen. In den Kiezen Soldiner Straße, Kattegatstraße, Reinickendorfer Straße und Humboldthain Nord-West gab es ebenfalls eine vertiefende Untersuchung; die Ergebnisse sollen im April bekanntgegeben werden.

Baustadtrat Gothe bittet alle ausgewählten Haushalte, die Fragebögen auszufüllen und Angaben zur Wohn- und Lebenssituation zu machen. „Nur durch Ihre aktive Teilnahme können wir die Ermittlung von sozialen Erhaltungsgebieten im Bezirk voranbringen“, so Gothe. Das beauftragte Büro sammelt detaillierte Informationen zu den Wohnungen, dem Ausstattungsgrad, den Mietpreisen und vor allem über die Bewohner, zu deren Einkommen, Beruf und Wohndauer.

Das Beobachtungsgebiet Oranienburger Straße liegt zwischen Oranienburger Straße, Hackeschen Markt, Alte Schönhauser Straße und Torstraße zuzüglich des Wohnviertels zwischen Tor-, Invaliden-, Brunnen- und Bergstraße. Das Gebiet Invalidenstraße wird begrenzt von der Invaliden-, Brunnen-, Bernauer und Ackerstraße. Mit Alexanderplatzviertel meinen die Planer das Quartier rund um die Volksbühne zwischen Karl-Liebknecht-, Tor-, Alte Schönhauser und Dircksenstraße.
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