Freiwilligenbörse am 4. Mai: Ein Stück Gemeinsinn leben

Max Haberstroh begleitet als Teamer Jugendcamps und Kinderfreizeiten. (Foto: Bernd Schüler)

Berlin. Nein, ein Flugzeugabsturz ist kein Spaß. Doch wenn Max Haberstroh dabei ist, kann daraus ein spannendes Spiel werden. Und eine Lektion fürs Leben. Der 26-Jährige betreut ehrenamtlich Kinderfreizeiten und Jugendcamps.

Mit jungen Berlinern, von denen viele noch nie zuvor im Urlaub waren, fährt er raus aus der Großstadt. Dann stehen zum Beispiel Gruppenspiele auf dem Programm, eine fiktive Notlandung etwa. Mitten im Wald ausgesetzt, sollen die Jugendlichen gemeinsam einen Weg zurück finden, ganz auf sich allein gestellt."Es ist toll zu erleben, wie stolz die sind, wenn sie das geschafft haben", sagt Max Haberstroh. Auch jene, die erst verunsichert waren, fühlen sich danach aufgehoben in der Gemeinschaft. Weil sie erfahren haben, wie gut das gehen kann, gemeinsam Lösungen zu finden.

Seit der Student beim Verein Junge Humanist_innen ein sogenannter Teamer wurde, will er diese Tätigkeit nicht mehr missen. Damit die Freizeiten und andere Angebote wie etwa Kletter- oder Schachkurse stattfinden können, sucht Jessica Roberts, Projektleiterin der Jungen Humanist_innen, laufend neue Betreuer. "Auch wer nur einmalig eine Freizeit begleiten will, ist willkommen", sagt sie.

Alles Weitere erklärt sie gern im persönlichen Gespräch. Eine Gelegenheit dafür bietet die Berliner Freiwilligenbörse am 4. Mai im Roten Rathaus. Von 11 bis 17 Uhr informieren und beraten Vertreter von mehr als 100 Vereinen und Projekten über Wege ins freiwillige Engagement. So kann etwa, wer persönlich Menschen unterstützen möchte, Spaziergangspate, Jobmentor oder Telefonseelsorger werden.

Kehrenbürger und Klima-Täter

Sportlich Begeisterte könnten sich als Übungsleiter in Vereinen einbringen, oder bei Reitangeboten für benachteiligte Kinder. Wem dagegen Natur und Umwelt am Herzen liegen, für den gibt es Aufgaben als Kehrenbürger oder Klima-Täter. Auch politisch und kulturell Interessierte kommen zum Zuge, etwa in Projekten, die sich der direkten Demokratie oder der Erinnerungskultur widmen.

Mal sind Kompetenzen gefragt, etwa beim Einsatz als Schuldnerberater. Meistens aber genügen Herz, Verstand und etwas Zeit. Das ist das Wichtigste, um mit Kindern zu kochen oder eine alleinstehende Patientin im Krankenhaus zu besuchen.

Individuell beraten

"Egal, wie oft und regelmäßig man sich engagieren will, ob nur im eigenen Kiez oder auch in einem anderen Bezirk: Auf der Freiwilligenbörse ist für jeden etwas dabei", versichert Carola Schaaf-Derichs. Die Leiterin der Landesfreiwilligenagentur organisiert nun schon zum sechsten Mal die Ehrenamtsmesse. Aus den Vorjahren weiß sie: "Die Besucher schätzen es, an den Ständen individuell beraten zu werden. So lässt sich im direkten Gespräch herausfinden, welches Engagement zu einem passen könnte."

Wer etwas findet, wird sich selbst bereichern und den Gemeinsinn in Berlin voranbringen, da ist Carola Schaaf-Derichs sicher. Wer mitmacht, wird Max Haberstrohs Erfahrung teilen: "Engagement öffnet Welten". So lautet das Motto der diesjährigen Freiwilligenbörse. Übrigens ist die Berliner Woche wieder mit einem Stand vertreten.

Mehr Informationen gibt es im Internet unter www.berliner-freiwilligenboerse.de.

Bernd Schüler / Bernd Schüler
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