Degewo eröffnet erste Integrations-WG im Brunnenviertel

Hussein, Thomas und Nour in ihrer WG, nur Daniel, der Vierte im Bunde, fehlte. (Foto: Regina Friedrich)

Wedding. Der Plattenbau an der Usedomer Straße hat seit Kurzem vier neue Mieter. Daniel, Thomas, Hussein und Nour werden zusammen in der "FRED"-WG wohnen.

"FRED" steht für Fairness, Respekt, Engagement und Degewo. Die Wohnungsgesellschaft hat die erste Integrations-WG eingerichtet, in der Geflüchtete mit deutschen Altersgenossen zusammenleben. Zur Einweihungsfeier am 14. Dezember haben sie sich vorgestellt, nur Daniel fehlte.

Thomas kommt aus Rostock und ist 19 Jahre alt. Vor zwei Monaten ist er nach Berlin gezogen, um Philosophie zu studieren, und ist schon sehr gespannt auf das Hauptstadtleben. Hussein ist 20 Jahre alt und kommt aus Syrien. Er ist seit einem Jahr in Deutschland und erzählt stolz, dass er neben dem Sprachkurs ein Praktikum bei einem Friseur macht. Jetzt freut er sich auf sein eigenes Zimmer. Nour ist 25 Jahre alt, ebenfalls Syrer und arbeitet als Bauingenieur. Jeder zahlt für sein Zimmer 330 Euro Warmmiete.

Die Wohngemeinschaft ist ein Pilotprojekt. Deutsche und Neuankömmlinge sollen sich und ihre Kultur kennenlernen, sich gegenseitig helfen, nicht nur beim Sprachen lernen, sondern auch im Alltag. Der Kontakt mit Einheimischen und Anwohnern soll auf beiden Seiten Vorbehalte abbauen. Das Besondere dieser WG ist, das Auszubildende der Degewo das Konzept entwickelt, den Grundriss entworfen und die Wohnung umgestaltet haben. Entstanden sind auf 142 Quadratmetern vier großzügige Zimmer und eine Küche als WG-Mittelpunkt.

Die Idee hatte Degewo-Quartiersmanager Steven Stadler, der das Projekt betreute, auf einer S-Bahnfahrt von Marzahn nach Tempelhof, als er mit anderen die Unterbringung von „Newcomern“, wie er sie nennt, diskutierte. Bei der dDgewo fand er für das Projekt offene Ohren. Offenbar auch bei vielen anderen, denn der Andrang der Bewerber für die vier Zimmer war groß. Die Auswahl fiel schwer, aber bei Thomas, Daniel, Hussein und Nour stimmte einfach die Chemie, erinnert sich Steven Stadler. Und überhaupt passe die WG perfekt zum Brunnenviertel, sie sei genauso bunt, findet er. ReF
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