Nachfrage ist groß, aber die Mieten steigen weiter

Mitte. Die Hauptstadt wächst, das ist vor allem dem Zuzug von jungen Leuten zu verdanken. Doch wo wohnen sie am liebsten? Wer zwischen 20 und 25 Jahre alt ist, möchte nach Kreuzberg, Mitte oder Friedrichshain.

Das geht aus einer Studie der "Gesellschaft für Beteiligungen und Immobilienentwicklungen" (GBI) hervor. Nach Kreuzberg hat der Alt-Bezirk Mitte die Spitzenposition unter allen 96 Berliner Ortsteilen inne. Besonders begehrt sind Wohnungen in der Nähe des Volksparks Am Weinberg. In Kreuzberg leben junge Erwachsene am liebsten im Bergmannkiez und am Görlitzer Park, in Friedrichshain im Samariterkiez.

Insgesamt leben in Mitte rund 5000 Leute, die zwischen 20 und 25 Jahre alt sind. Das sind nur halb so viele wie in Kreuzberg, entspricht aber 11,8 Prozent aller im Ortsteil Lebenden. Damit hält Mitte den Berliner Rekord. Und die Nachfrage ist groß: "Die jungen Leute wollen nach der Arbeit direkt mit Freizeit- oder Kulturaktivitäten anfangen", sagt Stefan Brauckmann von der GBI. Eine zentrale Lage, gute Anbindungen an Bus und Bahn, Gastronomie und Einkaufsmöglichkeiten in der Nähe ständen hoch im Kurs.

Nicht nur mit Kultur, auch mit Gastronomie kann Mitte punkten. Hier ist die Dichte mit 75 Betrieben pro Quadratkilometer am höchsten, dicht gefolgt von Kreuzberg. Und der Ortsteil hat noch eine Besonderheit: Im Gegensatz zu den meisten Kiezen gibt es hier viele Ein-Personen-Haushalte, nämlich rund 62 Prozent; in keinem Bezirk ist der Anteil höher. Mit durchschnittlich 10,70 Euro Kaltmiete pro Quadratmeter ist Mitte aber sehr teuer. Die Alternative, in eine Wohngemeinschaft zu ziehen, ist nicht viel günstiger. Der Zimmerpreis liegt bei 380 Euro; auch Friedrichshain hat inzwischen dieses Niveau erreicht. Wenn die Mieten weiter stiegen, könne das die Attraktivität mindern, so Brauckmann. In Prenzlauer Berg und Charlottenburg sei das bereits geschehen.

Bei der GBIist man der Meinung, dass mehr bezahlbarer Wohnraum in den angesagten Kiezen geschaffen werden müssen. "Versuche, junge Menschen in andere Stadt-Regionen zu verpflanzen, sind immer kläglich gescheitert", so GBI-Vorstand Reiner Nittka.


Susanne Schilp / susch
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