Crapware von neuen Rechnern entfernen

Auf vielen neuen Rechnern ist sogenannte Crapware installiert, die unter Umständen sogar zum Sicherheitsrisiko werden kann. (Foto: Kai Remmers/dpa/mag)

Wer ein neues Notebook oder einen neuen Desktop-PC kauft, bekommt oft einen Rechner mit viel vorinstallierter Software. Darunter ist aber leider jede Menge Überflüssiges.

Experten wie "Chip"-Redakteur Markus Hermannsdorfer sprechen von Crapware: "Hauptsächlich handelt es sich um Toolbars für den Browser, Demoprogramme, Zugangssoftware von Internet-Providern und Antiviren-Software, die nach Ablauf einer Testphase permanent mit Aufforderungen zum Kauf der Vollversion nervt." Das englische Wort crap steht umgangssprachlich für Mist oder Schrott.Crapware frisst zum Beispiel Platz auf der Festplatte, verschwendet Ressourcen oder verlangsamt das System. "In Extremfällen ist kein vernünftiges Arbeiten mehr möglich, weil der Anwender ständig durch Installations- oder Kaufaufforderungen unterbrochen wird", so Hermannsdorfer. Abarten von Crapware sind auch vorinstallierte Browser-Toolbars, die den Anwender auf bestimmte Websites lenken wollen.

Vorsicht ist vor allem bei beigelegten Virenscannern geboten. "Sicherheitssysteme wie Antiviren-Programme werden in einer vereinfachten Version vorinstalliert, die nicht die notwendige Sicherheit bieten und damit eine Scheinsicherheit vortäuschen", warnt Prof. Norbert Pohlmann vom Institut für Internet-Sicherheit der Fachhochschule Gelsenkirchen.

Es gibt Freeware, die die gängigste Crapware entfernt. Weil aber nicht jede Software jede Crapware erkennt, empfiehlt Hermannsdorfer, eine Kombination aus mehreren Programmen einzusetzen. "Sicherer ist es aber auf jeden Fall, den Computer komplett neu zu installieren", sagt Pohlmann. Am besten geht das mit einer Formatierung der Festplatte und anschließender Neuinstallation des Betriebssystems. "Das ist die schnellste und sicherste Methode, um Crapware loszuwerden", sagt Hermannsdorfer. Das geht aber nur für Nutzer, die im Besitz einer vollwertigen Windows-Lizenz sind. Bei der Systemwiederherstellung mit einer Windows-Recovery-CD kehrt die Crapware dagegen meist wieder auf das System zurück. Mit Crapware schlägt man sich übrigens überwiegend bei Consumer-Geräten herum. Wer sich ein Business-Gerät zulegt, erhält meist einen sauberen Rechner - das aber zu einem etwas höheren Preis.

Hilfsprogramme im Internet: PC Decrapifier (http://pcdecrapifier.com), AppRemover ( http://www.appremover.com), Revo Uninstaller ( http://www.revouninstaller.com).

dpa-Magazin / mag
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