Die neue Lifestyle-Beschäftigung

Eine rechts, eine links: Stricken ist in Deutschland zum Freizeitkult geworden. (Foto: Kai Remmers/dpa/mag)

Oma strickte einst alleine zu Hause in der guten Stube. Heute treffen sich Freundinnen dazu im Café oder machen es im Park.

Stricken sei eine "Lifestyle-Beschäftigung" geworden, sagt Prof. Peter Wippermann vom Trendbüro Hamburg. "Es ist etwas Handgemachtes in der globalen Welt."Die Handarbeit hat viele Auswüchse bekommen. Strick-Guerillas verzieren Laternenpfosten und Verkehrsschilder, Aktivisten schaffen Pullover für Pinguine, und normale Berufstätige verkaufen im Internet ihre in der Freizeit produzierte Kleidung. Tausende tun sich in Internetforen zusammen, tauschen kostenlos Muster aus und geben Anfängern Anleitungen in Internetvideos. Das liegt auch daran, wer heute die Nadeln in die Hand nimmt: "Es ist ein neues Klientel, das strickt: junge Leute, das Bildungsbürgertum", sagt Angela Probst-Bajak von der Initiative Handarbeit in Salach.

Diese Menschen tragen das Selbstgestrickte gerne zur Schau - aber auch wieder anders als früher. Strick müsse unbedingt schick wirken, sagt die Modeberaterin Ines Meyrose aus Hamburg. Sonst hafte den Teilen schnell ein alternativer Ruf vergangener Zeiten an. "Das heißt: Bitte nicht zur ausgewaschenen Jeans tragen - ich will ja nicht wie der 80er-Jahre-Müsli-Esser wirken", sagt Meyrose.

Strickanleitungen der Initiative Handarbeit im Internet unter http://dpaq.de/OlRQr.

dpa-Magazin / mag
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