Lebensmittel aus ökologischem Landbau leicht zu entdecken

Nach der EG-Bio-Verordnung werden Lebensmittel aus ökologischem Landbau mit dem EU-Bio-Siegel gekennzeichnet. (Foto: Europäische Kommission)

Nicht jedes Label ist automatisch ein Garant für Qualität. Und doch können entsprechende Zeichen auf Produkten eine wertvolle Entscheidungshilfe beim Einkauf sein.

Für gesunde Ernährung stehen immer mehr Labels, die den Verbrauchern echte Bio-Produkte mit Erfüllung der Durchführungsverordung - (EU) 203/2012, ergänzend zur (EG) 889/2008 - garantieren. So kennzeichnet das 2001 von der Bundesregierung eingeführte staatliche Bio-Siegel Lebensmittel, deren Zutaten mindestens zu 95 Prozent aus dem ökologischen Landbau stammen. Zehn Jahre nach Einführung des Siegels, wird es von mehr als 4200 Unternehmen auf rund 67 000 Produkten verwendet. Im Zuge der Neugestaltung der EG-Öko-Verordnung müssen seit 1. Juli 2010 Bio-Produkte in allen europäischen Staaten mit dem europäischen Bio-Siegel gekennzeichnet werden. Das Siegel - ein Blatt aus Sternen auf hellgrünem Grund - bedeutet, dass das Lebensmittel die europaweit geltenden Regeln für die ökologische Lebensmittelproduktion erfüllt.In unmittelbarer Nähe zum Bio-Blatt steht die EG-Öko-Kontrollstellennummer auf den Verpackungen. Der Kontrollcode setzt sich zusammen aus: dem Länderkürzel, der Kontrollstellennummer und den Worten "Ökologische Kontrollstelle". Für Deutschland lautet dieser Code: DE-000-Öko-Kontrollstelle.

Grundgedanke des ökologischen Landbaus ist es, dauerhaft hochwertige und gesunde Lebensmittel möglichst umweltschonend zu erzeugen. Dazu gehört der konsequente Verzicht auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel und leicht löslicher Dünger. Für Tiere bedeutet dies eine artgerechte Haltung mit großzügigen Auslaufflächen im Freien. Die Verfütterung von Tierkörpermehlen und die Beimischung von Leistungsförderern oder Antibiotika ist im ökologischen Landbau für alle Tierarten verboten.

Viele Erzeuger- und Verarbeitungsbetriebe sind außerdem einem der ökologischen Anbauverbände wie Biokreis, Bioland, Biopark, Demeter, Gäa, Naturland und andere angeschlossen und haben neben dem Kontrollstellennummer eine eigene verbandseigene Kennzeichnung, die zusätzlich ökologische Qualität garantiert. Dennoch müssen alle erzeugten Produkte aus ökologischer Landwirtschaft Kontrollen gemäß der EG-Öko-Verordnung unterzogen werden.

Die steigende Nachfrage nach Biolebensmitteln bewegte auch große Handesketten, Supermärkte und Discounter dazu, Bioprodukte in ihr Sortiment aufzunehmen und unter einer eigenen Bio-Marke anzubieten. Auch hier gilt als Mindeststandard die EG-Bio-Verordnung, erkennbar am Bio-Siegel und der Kontrollstellennummer. Die bekanntesten Bio-Eigenmarken sind bio im Reformhaus (erhältlich in Reformhäuser), Biotrend (bei Lidl), Bio-Wertkost (bei Edeka, Marktkauf, Reichelt), Naturkind (bei Kaisers) und REWE Bio (bei Rewe).

Eine Übersicht zu den Bio-Labels finden Sie im Internet unter www.label-online.de. Weitere Informationen zu Bio-Produkten unter www.foel.de.

Frank Luhn / FL
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