Phablets auf dem Vormarsch

Statt eines mittelgroßen Phablets können Verbraucher sich auch ein kleineres Smartphone und ein reguläres Tablet zulegen. (Foto: Bodo Marks)

Sie haben eine Displaydiagonale von 4,5 bis 7 Zoll und sind damit größer als jedes Smartphone, aber auch kleiner als ein Tablet. Die Rede ist von sogenannten Phablets oder Smartlets, eine neue Geräteklasse zwischen Handy und Surfbrett.

Vom Tablet unterscheiden sie sich vor allem dadurch, dass man damit auch telefonieren kann. Das Gewicht der Riesen-Smartphones ist dabei aber nicht zu unterschätzen, sagt Lisa Brack vom Computermagazin "Chip": "Es ist nicht jedermanns Sache, sich ein Schneidebrett ans Ohr zu halten." Vor einem Phablet-Kauf sollte der Nutzer sein Telefonierverhalten überprüfen und überlegen, wo er sein Smartphone normalerweise verstaut, rät Bernd Theiss von der Telekommunikationszeitschrift "Connect". "Wie viel und wie lange telefoniert er, und wie bequem ist eventuell die Nutzung eines Headsets?" Und: "Kann der Nutzer sein Phablet in eine seiner üblichen Taschen stecken?" Ein Gerät um die 4,5 Zoll habe noch alle Chancen, in eine Hosentasche zu passen. Bei 5 Zoll und mehr könne es dagegen schwierig werden.

Bei der Akkulaufzeit nehmen sich Phablet und Smartphone nicht viel. Der höhere Stromverbrauch durch das größere Display wird meist durch den ebenfalls größeren Akku aufgewogen. "Der Nutzer sollte darauf achten, dass der Akku mindestens 3000 mAh liefert", rät Brack. Das gilt zumindest für Displaygrößen mit einer fünf oder sechs vor dem Komma.

Das größere Display ist ein klarer Vorteil des Phablets. "Das ist in der Bedienung angenehmer", erklärt Hannes Czerulla von der Zeitschrift "c’t". "Der Nutzer kommt beim Surfen in vielen Fällen ohne Zoomen aus." Größere Displays sind auch vorteilhaft beim Bearbeiten von Dokumenten oder beim Ansehen von Videos. Allerdings darf die Auflösung nicht zu gering sein, warnt der Experte. Mindestens HD-Auflösung (1280 mal 720 Pixel) ist beim Phablet Pflicht, vor allem, wenn man viel auf dem Display liest.

Eine Besonderheit bieten die Phablets des Galaxy-Note-Serie von Samsung. "Die Erkennung der Handschrift funktioniert damit sehr gut", sagt Czerulla. Auch zeichnen sei mit dem Stift einfacher als per Hand. Stifte gibt es als Zubehör zwar auch für andere Geräte, bei denen die Handschrift- und Stifterkennung aber meist nicht ins Betriebssystem integriert und damit weniger komfortabel ist.

Als Alternative zu einem Phablet kann der Nutzer auf ein normales Smartphone in Kombination mit einem kleinen 7- oder 8-Zoll-Tablet zurückgreifen. Vorteil dieser Lösung: Das Smartphone passt weiter in die Hosentasche und ist immer dabei. Das größere Tablet nimmt man nur mit, wenn man es braucht oder ohnehin eine Tasche dabei hat.

Aber kosten zwei Einzelgeräte nicht viel mehr? Phablets um 5 Zoll gibt es schon für unter 250 Euro - und damit günstiger als manches Smartphone. "Allerdings gibt es auch in der Kombination von günstigem Smartphone und Tablet Geräte, die zusammen bei rund 550 Euro liegen - und damit unter einem hochpreisigen Phablet", sagt Czerulla.

Letztlich ist die Entscheidung für die eine oder andere Option reine Geschmackssache. "Phablets sind immer eine Kompromisslösung, sie können nichts perfekt", schränkt Hannes Czerulla ein. Dieser Meinung ist auch Bernd Theiss. "Die meisten Leute sind wohl mit zwei Geräten besser bedient", glaubt er. "Das Smartphone braucht man ständig, ein Tablet nur ab und zu."


dpa-Magazin / mag
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