Libellen, Törtchen und Raketen: Künstlerkollektiv Klub7 gestaltet Fassade Warnitzer Straße 28

Die Künstlerin Dani Daphne beim ersten Pinselstrich auf Höhe des 7. Stockwerks des Hochhauses. (Foto: Wrobel)

Neu-Hohenschönhausen. Auf der 30 Meter hohen Fassade der Warnitzer Straße 28 entsteht ein weithin sichtbares Wandbild. Es ist das dritte Werk im Rahmen des Projektes "Lichtenberg Open Art" (offene Kunst), das von der Wohnungsbaugesellschaft Howoge in Auftrag gegeben wurde.

In diesem Jahr feiert die Großsiedlung Neu-Hohenschönhausen ihren 30. Geburtstag. "Viele Menschen, die damals ihre Wohnung bezogen, leben noch heute hier. Mit dem neuen Fassadenbild wollten wir das Jubiläum weithin sichtbar für alle festhalten", sagt Petra Grampe.

Sie leitet das Projekt "Lichtenberg Open Art". Am 6. Mai begannen die Arbeiten in der Warnitzer Straße. Das Künstlerkollektiv Klub7 ist nun dabei, das Motiv "Aufbruch in neue Welten" aufzutragen.

Sechs Künstler gehören dem Kollektiv an, das mit großen und kleinen Pinseln und Farbrollern in den kommenden Wochen das Riesengemälde auf die Wand bringt. "Man muss sich das wie die bekannten Wimmelbilder vorstellen", erklärt die Künstlerin Dani Daphne. "Der Betrachter kann das Bild betrachten und wird immer wieder etwas Neues entdecken." Abstraktes gesellt sich dabei zu realen Objekten - zu Libellen, Törtchen und Raketen. Blaue und graue Farben wechseln sich mit kräftigen Gelb- und Türkistönen ab.

Die aus Hallensern und Berlinern bestehende Künstlergruppe vereint ganz verschiedene Ansätze. "Wir haben die Hausfassade in Raster eingeteilt, so können alle gleichzeitig an verschiedenen Teilen des Bildes arbeiten", erklärt die aus Halle stammende Dani Daphne. Auf jeden Fall müssen die Künstlerinnen und Künstler schwindelfrei sein und sich sicher auf dem 30 Meter hohen Baugerüst bewegen könne. Mehrere hundert Liter Farbe stehen bereit, um verarbeitet zu werden. "Wie viele Pinsel und Roller wir brauchen werden, wissen wir noch nicht", sagt Dani Daphne.

Die Künstler arbeiten aber nicht nur an der Fassade, sondern sprechen auch mit Kindern und Jugendlichen aus benachbarten Schulen über ihre Kunst. So begleitete die 9. Klasse vom Grünen Campus Malchow die Künstler bei ihren ersten Pinselstrichen und experimentierte in der Jugendkunstschule in der Demminer Straße 4 selbst mit Architekturmodellen, Fotografien und Malerei.

Am 30. und 31. Mai findet ein Workshop in den Freizeiteinrichtungen Leos Hütte in der Grevesmühlener Straße 43 und im Jugendclub "Mikado" in der Egon-Erwin-Kisch-Straße 1a statt. Dann entwickeln Jugendliche eigene Wandbildentwürfe. Anwohner und Interessierte können beim großen Fassadenfest am 12. Juni entscheiden, welcher der Entwürfe auf einer kleineren Hauswand realisiert wird. Dann wird auch die Fertigstellung des Wandbildes an der Warnitzer Straße 28 gefeiert.

Interessierte Anwohnerinnen und Anwohner sind eingeladen, sich - während das Bild entsteht - mit den Künstlern auszutauschen. Das Kollektiv Klub7 steht an den Informationsabenden am 20. und am 27. Mai von 18 bis 20 Uhr für Gespräche zur Verfügung. Treffpunkt ist vor dem Haus Warnitzer Straße 28.

Weitere Informationen gibt es im Netz unter www.loa-berlin.de.

Karolina Wrobel / KW
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