Geschichten von der Sonnenallee: Unterwegs auf dem Ku’-Damm von Neukölln

Autor Jörg Sundermeier und Verlagsleiter Ulrich Hopp stellten das Buch „Die Sonnenallee“ in dem Lieblingsspäti des Autoren in der Sonnenallee 130 vor. (Foto: Klaus Teßmann)
Berlin: Sonnenallee |

Neukölln. Die Sonnenallee hat ihre Besonderheiten und ist legendär. Nicht erst seit dem Kinofilm von Leander Haußmann. Im Volksmund wird die Straße auch gern als Ku’-Damm von Neukölln bezeichnet.

Der Journalist und Buchautor Jörg Sundermeier hat sich auf den Weg gemacht, um die Sonnenallee neu zu entdecken. Seine Erlebnisse hat er aufgeschrieben. Am 13. Sptember stellte er sein Buch „Die Sonnenallee“ in einem Späti mitten auf der Sonnenallee vor.

„Wer die Sonnenallee kennt, der kennt auch Neukölln. Das war die These für das Buch“, sagte der Chef des be.bra Verlages Ulrich Hopp. Jörg Sundermeier war für seine Geschichte zu Fuß und mit dem Bus M 41 unterwegs. Für ihn ist die Sonnenallee immer noch etwas besonderes und eine der aufregendsten Straßen Berlins. „Ich habe lange Jahre am S-Bahnhof gewohnt und dachte, ich kenne alles“, meinte der Autor. Doch er hatte sich getäuscht.

„Ich habe jede Haltestelle genutzt, um das Umfeld zu beobachten“, erklärte er. Entstanden sind leichte, witzige Geschichten, die das Leben an der fünf Kilometer langen Straße zwischen Kreuzberg und Baumschulenweg beschreiben. Sundermeier beschäftigt sich mit Geschichte und Gegenwart dieser Magistrale, die den Hermannplatz im Norden mit dem bürgerlichen Treptow verbindet. „Ich erzähle ein wenig über die Geschichte von Rixdorf und seinem Zentrum, dem Richardplatz.“ Auch der Hauptmann von Köpenick spielt eine Rolle. Er hat in Rixdorf gewohnt, bevor er durch seinen Streich im Rathaus von Köpenick berühmt wurde.

Während der Busfahrt hatte Sundermeier Zeit und Gelegenheit, über Eigenheiten nachzudenken, über die typische Mischung aus arabischen Bäckereien, Handyshops, Imbissen, Shishabars und Spätis entlang der Sonnenallee. „Es wohnen ganz unterschiedliche Leute hier, nicht gegenüber, sondern Tür an Tür“, erzählt er. Und die Busfahrer müssten Nerven behalten.

Der Autor nimmt die Eigenarten der Leute aufs Korn, die immer rudelartig aufträten. Da käme ein Rudel Radfahrer, ein Rudel Fußgänger, ja selbst die Busse in der Sonnenallee würden oft im Rudel fahren. „Das wird zwar immer wieder kritisiert, erklären kann das keiner.“ Auch nicht, warum sich die Fahrgäste immer in den ersten Bus drängeln, obwohl der nächste schon zu sehen ist.

Auch Frauen mit Kinderwagen wollen sich noch durch die Tür schieben, obwohl bereits zwei im Bus sind und alle wissen, dass nur Platz für zwei Kinderwagen ist. „Die Sonnenallee hat sich ständig verändert und sie verändert sich immer noch“, das ist die Schlussfolgerung für Sundermeier, der seit 2003 in Neukölln lebt.

Der Autor wurde 1970 in Gütersloh geboren, hat in Bielefeld studiert und wohnt seit 1996 in Berlin. Zunächst zog es ihn an den Stuttgarter Platz, dann für einige Zeit in den Prenzlauer Berg, nun wohnt er im Bezirk Neukölln. Er ist Chef des 1995 gegründeten Verbrecher Verlages. Als Journalist schreibt er für verschiedene Zeitungen und Magazine.

Für den be.bra Verlag ist es das 12. Buch aus der Reihe „Berliner Orte“. Das Buch ist für zehn Euro im Buchhandel erhältlich, ISBN 978-3-89809-132-9. KT
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