Anwohner beklagen vermehrt nächtliche Störungen

Mediatorin Nicole Becker und QM-Manager Christian Frey versuchen gemeinsam mit Anwohnern im Kiez Donaustraße Nord Lösungen zu finden. (Foto: Foto Sylvia Baumeister)

Neukölln. Die Neuköllner Kieze werden beliebter und belebter. Die Kehrseite der begrüßenswerten Entwicklung: In den Sommermonaten bringt das für Anwohner schlaflose Nächte mit sich.

Vor drei Jahren war die Weichselstraße noch eine ruhige Seitenstraße. "Seitdem eine Kneipe in unserem Haus eröffnete, können wir keine Nacht mehr bei offenem Fenster schlafen", klagt eine Anwohnerin, die mit weiteren Hausbewohnern bereits Anzeige beim Ordnungsamt gestellt hat. Eine andere Anwohnerin: "Immer mehr junge Leute ziehen hier nachts von Party zu Party". Christian Frey vom Quartiersmanagement (QM) Donaustraße Nord bestätigt: "Immer wieder kommen Anwohner mit solchen Klagen zu uns". Im Vergangenen Monat initiierte daher eine Anwohnerinitiative ein Gespräch mit Unterstützung des QM, um zu erörtern, ob es ein Lärmproblem im Kiez gibt.

In der Diskussion beschlossen die Anwohner zunächst, mit den Verursachern selbst in Kontakt zu treten, um Konflikte zu lösen. Sie können aber auch qualifizierte Mediatoren anfordern. "Wenn wir angesprochen werden, schaffen wir einen Rahmen, in dem Betroffene miteinander ins Gespräch kommen. In der Regel sind die Probleme zu klären", sagt Nicole Becker, Mediatorin beim Projekt "lösen statt streiten" (www.lösen-statt-streiten.de).

Die Mediatoren laden die Parteien zu Einzelgesprächen ein oder übernehmen die Moderation an einem "Runden Tisch", wie es ihn vor den Ferien beim QM Reuterplatz gab. "Im Sommer ist das Problem besonders groß: Die einen wollen draußen feiern, die anderen nachts auch mal ihre Balkontür öffnen", weiß QM-Managerin Luzia Weber. Nach den Sommerferien sei ein weiterer Runder Tisch geplant. Davon gab’s auch schon einige im Körnerpark: "Überall dort, wo sich die Kieze belebt haben, wird es lauter", bestätigt QM-Managerin Astrid Tag. Entwickelt sich das Problem der Lärmbelästigung durch Gastro-Betriebe weiter, könnte das Bezirksamt Konsequenzen ziehen. Alexander Matthes, Sanierungsbeauftragter der Brandenburgischen Stadterneuerungsgesellschaft fürs Gebiet der Karl-Marx-Straße: "Dann müssen neue gastronomische Betriebe im Sanierungsgebiet mit schärferen baurechtlichen Auflagen rechnen."


Sylvia Baumeister / SB
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