Wie wirkt Alkohol auf Autofahrer? Schüler bei Präventionsveranstaltung

Am Fahrsimulator konnte jeder Schüler testen, wie sicher er ohne und wie unsicher er unter Alkoholeinfluss Auto fahren würde. Verkehrssicherheitsberater Joe Dey beobachtete alles genau. (Foto: Bernd Wähner)
 
Wie war das noch mal mit der stabilen Seitenlage? Sanitäter der Polizei frischen bei der Präventionsaktion mit Oberschülern noch mal deren Wissen zum Thema Erste Hilfe nach Unfällen im Straßenverkehr auf. (Foto: Bernd Wähner)

Rosenthal. „Na klar, sind wir in Pankow cool, auch ohne Drogen und Alkohol“ ist das Motto einer Präventionsaktion von Bezirksamt, Landesverkehrswacht und Polizei.

Für viele junge Leute ist es ganz normal, hin und wieder bei einer Flatrate-Party mitzumachen oder mal Party-Drogen zu probieren. Viele wollen nicht glauben, dass sie mit Drogen und Alkohol ihre eigene Gesundheit und die anderer gefährden.

Aber wenn sie sich nach Flatrate- oder Drogenpartys hinters Steuer eines Autos setzen, wird es nicht nur für sie gefährlich. Das merkte auch Paul, als er sich an das Steuer des Fahrsimulators setzte. Im nüchternen Zustand absolvierte er einen Straßenabschnitt mit dem Auto ohne Probleme. Dann wurde der Simulator auf eine Fahrt mit 1,3 Promille umgestellt. Schon nach ein paar Metern Fahrt krachte er gegen ein parkendes Auto. „Dass ich mit relativ wenig Alkohol schon so langsam reagiere, hätte ich nicht gedacht“, gesteht der 16-jährige.

Häufige Unfallursache

„Alkohol und Drogenkonsum sind Hauptunfallursache im Straßenverkehr“, sagt Uwe Karck von der Landesverkehrswacht Berlin. Er organisierte gemeinsam mit der Suchtkoordinatorin des Bezirksamtes, Yvonne Tenner-Paustian, im neunten Jahr diese Aktion. In den vergangenen Tagen konnten die beiden dazu Oberschulklassen aus ganz Pankow in der Freizeitstätte Landhaus Rosenthal begrüßen.

Uwe Karck erklärt: „Uns geht es vor allem darum, den jungen Leuten zu zeigen, wie durch Alkohol und Drogen ihre Fahrtüchtigkeit beeinträchtigt wird.“ Dass gerade Oberschüler zu dieser Aktion eingeladen werden, hat seinen Grund: „Das ist für uns die letzte Chance, sie gezielt mit einer Präventionsaktion zu erreichen. Haben sie die Schule erst einmal beendet, sind die jungen Leute für uns nur noch schwer zu erreichen. Manche Schüler machen gleich nach der Schule ihren Führerschein, sodass wir jetzt letztmalig die Gelegenheit haben, sie für das Thema zu sensibilisieren.“

In Zusammenarbeit mit Verkehrs- und Präventionsbeamten der Polizeidirektion 1, dem Landesamt für Bürger- und Ordnungsangelegenheiten und der Bundeswehr wurden für die Schüler mehrere Stationen am und im Landhaus Rosenthal aufgebaut. Im Auto- sowie an einem Fahrrad-Fahrsimulator konnten sie zum Beispiel testen, wie ihre Wahrnehmung ohne Alkohol ist und wie sie sich nach Alkohol- und Drogenkonsum verändert.

Autoschlüssel wegnehmen

An einer weiteren Station konnten die Schüler ihre Reaktionsschnelligkeit beim Bremsen testen. Des Weiteren gab es ein Erste-Hilfe-Training. Wer wollte, konnte sogar einen Sehtest absolvieren. Das Landesamt für Bürger- und Ordnungsangelegenheiten vermittelte den Schülern außerdem Informationen rund um das Thema Führerschein und Führerscheinentzug.

Weiterhin gab es Tipps, wie man sich verhalten sollte, wenn der Freund oder die Freundin betrunken ist und Auto fahren will. Man muss nicht unbedingt mitfahren, kann Autoschlüssel unauffällig verschwinden lassen oder eigene Übelkeit vortäuschen, damit das Auto stehen bleibt. Damit kann man Freunden das Leben retten, und diese werden es einem letztlich danken, wenn sie wieder nüchtern sind.

„Na klar, sind wir in Pankow cool, auch ohne Drogen und Alkohol“ war auch in diesem Jahr wieder ein großer Erfolg. Im nächsten Jahr wird es diese Aktion deshalb zum zehnten Mal geben: Darin sind sich Uwe Karck und Suchtkoordinatorin Yvonne Tenner-Paustian einig. BW
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