Provisorische Fußgängerbrücke muss mittelfristig instand gesetzt werden

Die provisorische Brücke ist sanierungsbedürftig. Vielleicht wird sie aber neu gebaut. (Foto: BW)

Prenzlauer Berg. Seit Jahrzehnten ist die Fußgängerbrücke über die Bahntrasse zwischen Sonnenburger und Schönfließer Straße ein Provisorium. Möglicherweise könnte sie schon bald ersetzt werden.

Das erfuhr der Abgeordnete Andreas Otto (Bündnis 90/Die Grünen) kürzlich aus der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung. Er führt regelmäßig Sprechstunden in seinem Kiez durch. Dabei berichteten ihm kürzlich Anwohner, dass Haus und Grundstück unmittelbar am Bahngraben der Sonnenburger Straße einen neuen Eigentümer haben. Dieser stellte fest, dass sich der Zugang zur Fußgängerbrücke auf seinem Grundstück befindet. Das könnte für den Senat, der für die Brücken in der Stadt zuständig ist, zu einem Problem werden.

Bis 1945 befand sich nördlich der Kreuzung Kopenhagener und Sonnenburger Straße eine richtige Straßenbrücke über die Ringbahntrasse. Diese diente auch als Umfahrungsmöglichkeit der Schönhauser Allee. Diese Brücke wurde in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs zerstört. Noch heute erinnern die erhaltenen Brückenlager an das frühere Bauwerk. Es wurde durch die provisorische Fußgängerbrücke ersetzt. Diese wurde leicht nach Osten versetzt gebaut. Parallel zur Fußgängerbrücke errichteten die Berliner Wasserbetriebe etwas weiter westlich eine Rohrbrücke. Grundstücksfragen spielten beim Bau der Provisorien offenbar keine Rolle.

Über die Fußgängerbrücke wird immer wieder diskutiert. Einmal, weil Radfahrer die Brücke trotz Verbots radelnd passieren. Konflikte mit Fußgängern sind da programmiert. Ein weiterer Anlass war die Idee, den Platz vor der Brücke an der Kopenhagener und Sonnenberger Straße umzugestalten. Zweimal fasste die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) den Beschluss, das Areal zu einem richtigen Stadtplatz mit Aufenthaltsqualität umzugestalten. Bisher wurde er nicht umgesetzt, weil die Finanzierung fehlt. Schließlich kam die Fußgängerbrücke vor einiger Zeit wieder ins Gespräch, weil es Pläne im Senat geben sollte, dort wieder eine richtige Autobrücke zu bauen.

Von der Senatsverwaltung wurden solche Pläne bisher aber dementiert. Auch auf seine Anfrage erhielt Andreas Otto von Verkehrsstaatssekretär Christian Gaebler (SPD) ein eindeutiges Nein. Doch nun könnte der Senat wegen der Grundstücksproblematik doch schneller als gedacht einen Brückenneubau auf den Weg bringen, meint Andreas Otto. Wie ihm der Verkehrsstaatssekretär mitteilte, ist der Zustand der Brücke mit der Zustandsnote 2,4 zwar befriedigend, aber mittelfristig sei eine komplette Instandsetzung nötig. Neue Brückenlager wären einzubauen und der Korrosionsschutz zu erneuern.

Allerdings entspreche die Brücke mit nur 2,50 Metern Breite nicht mehr heutigen Anforderung, so Gaebler. Sie müsste so beschaffen sein, dass sowohl Fußgänger als auch Radfahrer sie konfliktfrei nutzen könnten. Deshalb wird in der Senatsverwaltung ein Brückenneubau in Erwägung gezogen. Diese neue Brücke soll dann vier Meter breit sein. So wie es aussieht, könnte die Brücke an der Stelle der früheren Straßenbrücke entstehen. Eine Schätzung des Senats geht von einer Million Euro Baukosten aus.

Andreas Otto regt an, die Brückenplanung zu gegebener Zeit in einer Bürgerwerkstatt mit den Kiezbewohnern zu diskutieren. So könnten Vorschläge und Hinweise der Bürger gleich einfließen. In diesem Zusammenhang könnte dann auch gleich über die alte Idee des Sonnenburger Platzes und dessen Finanzierung diskutiert werden.


Bernd Wähner / BW
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