Nach zähem Ringen
Bezirksamt und Förderverein Helmholtzplatz unterzeichnen neuen Nutzungsvertrag für das Platzhaus

Andrea Kannapee, Annika Rinn, Dorothea Carl, Markus Scherenberg und Yanina Berul vom Förderverein Helmholtzplatz schlossen jetzt offiziell mit Vollrad Kuhn (3. Von rechts) den neuen Nutzungsvertrag für das Platzhaus ab.
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  • Andrea Kannapee, Annika Rinn, Dorothea Carl, Markus Scherenberg und Yanina Berul vom Förderverein Helmholtzplatz schlossen jetzt offiziell mit Vollrad Kuhn (3. Von rechts) den neuen Nutzungsvertrag für das Platzhaus ab.
  • Foto: Bernd Wähner
  • hochgeladen von Hendrik Stein

Lang hat es gedauert, bis er endlich ausgehandelt war: der neue Nutzungsvertrag für das Platzhaus auf dem Helmholtzplatz. Doch nun konnte Stadtentwicklungsstadtrat Vollrad Kuhn (Bündnis 90/Die Grünen) ihn gemeinsam mit den Vorständen des gemeinnützigen Fördervereins Helmholtzplatz unterschreiben.

Der Förderverein ist ein Zusammenschluss von Anwohnern und betreibt das Platzhaus bereits seit 2003 als Nachbarschaftshaus – und zwar ohne öffentliche Mittel und völlig ehrenamtlich. Jeder Verein, jede Initiative und jeder Kiezbewohner kann das Haus nach Absprache für Versammlungen, Workshops, Kurse, Feiern oder ähnliches nutzen. Außerdem vermittelt der Verein zwischen den unterschiedlichen Nutzergruppen des Platzes. Denn immer wieder gibt es dort Konflikte. Vor allem mit der Trinkerszene, die sich seit Jahren mitten in der Grünanlage trifft. Und auch der Drogenhandel ist ein Problem. Schon 2013 forderte die Polizei das Bezirksamt auf zu handeln, damit die Situation nicht eskaliert.

Daraufhin entwickelte das Bezirksamt ein Konzept zur Platzpflege und mit „aufsuchender Sozialarbeit“. Außerdem wünschte sich das Amt eine noch kontinuierlichere Nutzung des Platzhauses und ein neues Konzept für das Haus. Als Konsequenz kündigte das Bezirksamt dem Förderverein 2014 den bisherigen Nutzungsvertrag, dessen Mitarbeiter davon völlig überrascht wurden. Die Kündigung erfolgte ohne vorherige Gespräche. Dass das ein Fehler war, musste das damalige Bezirksamt nach Protesten aus dem Kiez einräumen. So setzte man die Kündigung wieder aus und initiierte Anfang 2015 gemeinsam mit dem Vereinsvorstand einen „Ratschlag Helmholtzplatz“. Bei diesen Treffen wurden Konzepte für den Platz und das Platzhaus diskutiert. Und auch der Abschluss eines neuen Nutzungsvertrages war vorgesehen.

Aufgrund der Veränderungen im Bezirksamt nach den Kommunalwahlen pausierten die Verhandlungen jedoch bis 2017. Auch im Förderverein Helmholtzplatz gab es Umbrüche. Er hat nun einen neuen Vorstand. „Wir sind froh, dass wir nach den langwierigen und schwierigen Verhandlungen den neuen Nutzungsvertrag zu einem für beide Seiten akzeptablen Abschluss bringen konnten“, sagt Vereinsvorstand Dorothea Carl. Leider sei von den Vorschlägen, die 2015 im „Ratschlag Helmholtzplatz“ gemacht wurden, bisher kaum etwas umgesetzt worden. Aber der Verein sorge weiter dafür, dass das Platzhaus genutzt wird.

Das Bezirksamt ließ inzwischen einige Reparaturen am Gebäude vornehmen. Aber noch gibt es bauliche Mängel an Fenstern, Sanitäranlagen und der Elektrik. Auch eine Küche im Haus wäre nicht schlecht, meint Andrea Kannapee vom Vereinsvorstand. Was am Haus noch zu tun ist, wurde inzwischen aufgelistet. Vollrad Kuhn versprach, dass man sich bemühen werde, die Liste abzuarbeiten. Allerdings stehen dem Bezirksamt nur begrenzte finanzielle Mittel dafür zur Verfügung.

Ein Thema, bei dem die Mitglieder des Fördervereins sehr schlucken mussten: Im neuen Vertrag ist festgelegt, dass das Platzhaus werktags nur bis 22 Uhr und am Wochenende bis 24 Uhr genutzt werden darf. Vor allem für Veranstaltungen ist diese Begrenzung natürlich problematisch. Das Umweltamt habe beim Thema Lärmschutz Vorgaben gemacht, erklärt Kuhn. Und diese zeitliche Begrenzung sei bereits ein Kompromiss.

Weitere Informationen gibt es im Internet auf platzhaus-helmholtzplatz.de.

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