Aus Sakko wird Rucksakko: Junge Leute engagieren sich im Upcycling-Projekt *vergissmeinnicht*

Im Schaufenster präsentiert Anja Bauer eine Auswahl dessen, was bei *vergissmeinnicht* entsteht. (Foto: Bernd Wähner)
Berlin: youngcaritas |

Prenzlauer Berg. Im Schaufenster in der Pappelallee 62 hängen auf einer Leine Beutel, Taschen, Rucksäcke, Kissenbezüge, Brustbeutel, Hausschuhe. All das erinnert irgendwie an Bekleidungsstücke.

War der Rucksack nicht mal ein Sakko? Und der Kissenbezug nicht mal ein Hemd? „Genauso ist es“, bestätigt Anja Bauer. Sie leitet das Upcycling-Projekt *vergissmeinnicht* von Youngcaritas, einer Plattform des Caritas-Verbandes für junge Leute, die sich ehrenamtlich engagieren möchten. Anfang 2013 kam eine Handvoll von ihnen im Youngcaritas-Treff in der Pappelallee 62 zusammen. Sie entwickelten die Idee, nicht mehr gebrauchte Kleidungsstücke umzunähen und ihnen damit einen neuen Gebrauchswert zu geben.

„Rohstoffe“ dafür stehen reichlich zur Verfügung. Der Kleiderkammer der Caritas werden immer wieder Kleidungsstücke gespendet, die keine Abnehmer finden. Gebraucht werden noch Nadeln, Garn, Knöpfe, Reißverschlüsse und anderes Nähzubehör. „Auch daran haben wir in der Regel keinen Mangel“, sagt Anja Bauer. „Wir bekommen immer wieder Sachen angeboten, die aus der Auflösung von Näh- und Handarbeitsläden stammen.“

Aus Altem Neues zu schaffen ist die Grundidee von *vergissmeinnicht*. Dieses Konzept wird auch an der Ausstattung im Projektladen deutlich. „Unsere Schrankwand entstand zum Beispiel in Kooperation mit der Material Mafia“, so Bauer. In dieser sind alte Weinkisten, Paletten, Fenster und Rohre verarbeitet. Und der Tresen besteht aus alten Fenstern und Brettern.

Im Upcycling-Projekt engagieren sich junge Leute auf freiwilliger Basis. Am ersten Mittwoch im Monat sind von 16.30 bis 19.30 Uhr die willkommen, die das Projekt kennenlernen möchten. Jeden Donnerstag von 18 bis 21 Uhr ist dann Treffpunkt für die, die regelmäßig mitmachen. Die entstehenden Taschen, Rucksäcke oder Kissenbezüge werden im Youngcaritas-Laden gegen eine Spende abgegeben, aber auch auf Sozialmärkten verkauft. Die Einnahmen kommen gemeinnützigen Projekten der Caritas zugute. Dazu zählen zum Beispiel die Kältehilfe, die Kleiderkammer und die Obdachlosenhilfe.

Im Youngcaritas-Laden in der Pappelallee 62 findet aber noch mehr statt. „Wir haben hier auch eine Freiwilligenberatung. Es findet ein Engagement-Brunch statt. Wir planen Kunstausstellungen, und drei-, viermal im Jahr veranstalten wir hier eine Kleidertauschparty“, so Anja Bauer. BW

Weitere Informationen gibt es unter  666 33 12 09 und auf www.youngcaritas.de/vergissmeinnicht.
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