Integral betreibt zehn Werkstätten für Menschen mit Behinderung

Maud Rößler (rechts) klebt in der Integralwerkstatt Umverpackungen für technische Geräte zusammen. Im Hintergrund: Ihr Kollege Martin Gehder. (Foto: Bernd Wähner)
 
Alexander Wenzelewski arbeitet im Metallbereich der „Integral-Werkstatt für Menschen mit Behinderung“. Fräsen und Bohren sind seine Spezialität. (Foto: Integral-Werkstätten/Hans-Joachim Zylla)

Prenzlauer Berg. Der Verein Integral baute auf dem Alten Schlachthof als einer der ersten ein neues Werkstattgebäude. Inzwischen arbeiten dort Menschen mit Handicap in zehn Werkstätten.

Im Jahre 1993 ging das „Integral“-Projekt an den Start. Es entwickelte sich inzwischen zu einem der größten Betriebe Berlins, in dem Menschen mit Behinderungen arbeiten. Gegründet wurde die Werkstatt seinerzeit aus einer Notsituation heraus. Zu DDR-Zeiten gab es Rehabilitationswerkstätten, die zum Krankenhaus Buch gehörten und über den Ostteil der Stadt verteilt waren. Nach bundesdeutschem Recht durfte eine Klinik derartige Werkstätten aber nicht betreiben. Deshalb übernahm der Verein „Integral“ die Standorte. Zu diesem Verein hatten sich engagierte Ost-Berliner aus dem Gesundheits- und Sozialwesen zusammengetan.

Die Integral-Werkstätten wurden zunächst in Alt-Stralau 53 konzentriert. Dort hatte der Träger Räume angemietet. Der Senat verpflichtete den Verein aber, in ein eigenes Gebäude umzuziehen. Die Umsetzung dieses Vorhabens dauerte seine Zeit. 2004 konnten die Werkstätten in ihren Neubau auf dem Alten Schlachthof umziehen.

Auf vier Etagen stehen 5800 Quadratmeter für die einzelnen Bereiche und für die Verwaltung zur Verfügung. Heute arbeiten dort etwa 260 Menschen mit Behinderung. 40 weitere arbeiten in einer Außenstelle in der Storkower Straße 125. Dort werden Lattenroste für einen Bettenhersteller in Buxtehude produziert. „Das ist einer unserer größten Auftraggeber, mit dem wir schon seit Jahren zusammenarbeiten“, so Integral-Vorstand Kathrin Haupt.

Im Neubau in der Hermann-Blankenstein-Straße 49 gibt es indes einen Metallbereich, in dem Teile für Zulieferbetriebe hergestellt werden. Im Druck- und Kopierservice werden Broschüren, Faltblätter und andere Druckerzeugnisse für Auftraggeber gedruckt. Für unterschiedliche Unternehmen werden außerdem Verpackungsaufträge übernommen. Außerdem arbeitet die Integral-Werkstatt als Dienstleister, bietet zum Beispiel Botendienste und Aktenvernichtung an. Weiterhin zählen die Garten- und Grünanlagenpflege sowie der Malerarbeiten zum Leistungsumfang.

Die Bandbreite der Auftragsgeber reicht vom Hersteller technischer Geräte über Kosmetikunternehmen bis zu Verwaltungen. Bei allen Aufträgen legen die Integral-Beschäftigten Wert auf Qualität. „Nur mit Qualität gelingt es uns, mit unseren Partnern langfristig zusammenzuarbeiten“, sagt Kathrin Haupt.

Das neueste Projekt von Integral ist die Prüfgruppe „Leichte Sprache“. Das derzeit sechsköpfige Team ist berechtigt, das Siegel „Leichte Sprache“ zu vergeben. Kathrin Haupt: „Die Mitarbeiter prüfen, ob Texte so verfasst sind, dass sie auch wirklich den Kriterien der leichten Sprache entsprechen. Außerdem verfassen sie auch Texte in Leichter Sprache.“ Auftraggeber sind zum Beispiel Verwaltungen oder Ausstellungsmacher, die möchten, dass ihre Texte auch von Menschen mit Lernschwierigkeiten verstanden werden. BW

Damit Interessierte einen Einblick in die Arbeit in der Werkstatt erhalten können, findet am 7. Oktober von 9.30 bis 13.30 Uhr ein Tag der offenen Tür statt. Weitere Informationen gibt es auf www.integral-berlin.de.
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