Verein schenkt sich provisorische Notunterkunft

Andreas Düllick im neuen "Kaffee Bankrott". Hier wurde vor wenigen Tagen der 20. Geburtstag gefeiert. (Foto: BW)

Prenzlauer Berg. Seinen 20. Geburtstag feierte vor wenigen Tagen der Verein mob. Seit Anfang des Jahres hat er in der Storkower Straße 139d sein Zuhause.

Dort feierten die Vereinsmitglieder mit Machern der Zeitung "strassenfeger", obdachlosen Zeitungsverkäufern, Nutzern des "Kaffee Bankrott" und Gästen aus der Politik das Jubiläum. Die Gründungsversammlung fand 1994 in der Kleinen Hamburger Straße 2 statt. 20 Leute nahmen daran teil. Ihr Ziel war es, eine Obdachlosenzeitung in Berlin zu etablieren. Mit den Einnahmen sollten Menschen ohne Dach über dem Kopf unterstützt werden.

In den ersten Jahren gab es mehrere Umzüge, und es wurde über neue Projekte nachgedacht. Im April 2002 beschloss der Verein, ein Gewerbeobjekt in der Prenzlauer Allee 87 zu übernehmen. Dort konzentrierte mob seine Aktivitäten. Noch vor Weihnachten 2002 richtete er ein Café ein. Im "Kaffee Bankrott" können Menschen ohne oder mit sehr geringem Einkommen kostengünstig essen. Neben Redaktions- und Vereinsräumen wurde später auch die Notübernachtung "Ein Dach über dem Kopf" eröffnet. Sie stand viele Jahre lang zehn Männern und sieben Frauen zur Verfügung. Weiterhin wurde ein Sozialkaufhaus "Trödelpoint" eingerichtet.

Nachdem der Verein viele Jahre an der Prenzlauer Allee heimisch war, musste er Anfang des Jahres ausziehen. Der Hauseigentümer kündigte dem Verein die Räume. In der Storkower Straße 139d konnte mob von einem sozial engagierten Privateigentümer neue Räume anmieten.

Allerdings gab es auch einen großen Wermutstropfen: Für die 17 bisherigen Notübernachtungsplätze sind die neuen Räume zu klein. Seit dem Umzug versuchte der Verein deshalb, in der Nähe Schlafplätze für den kommenden Winter zu organisieren. Mob-Geschäftsführer Andreas Düllick kann zur Geburtstagsfeier berichten, dass es voraussichtlich eine Lösung geben wird. In der Nähe des Vereinssitzes wird für diesen Winter ein Wohncontainer aufgebaut. In ihm werden voraussichtlich von November bis März 15 Schlafplätze eingerichtet. Gemeinsam mit der Senatsverwaltung für Soziales ist der Verein aber weiterhin auf der Suche nach einer Dauerlösung für die Notübernachtung.

Weitere Informationen gibt es auf www.strassenfeger.org.

Bernd Wähner / BW
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