Integrationspreis für Verein koreanischer Krankenschwestern und -pfleger

Während Bürgermeisterin Angelika Schöttler den Text der Urkunde vorliest, strahlen BV-Vorsteher Stefan Böltes und die Vorsitzende des Vereins, in die Kameras. (Foto: KEN)
Berlin: Rathaus Schöneberg |

Schöneberg. Der diesjährige Integrationspreis des Bezirks geht an den Verein koreanischer Krankenschwestern und -pfleger.

Die Preisverleihung fand am 20. Oktober im Goldenen Saal des Rathauses Schöneberg statt. BV-Vorsteher Stefan Böltes und Bürgermeisterin Angelika Schöttler (beide SPD) überreichten der Vereinsvorsitzenden Yun-Soon Kim Urkunde und symbolischen Scheck. Der Integrationspreis ist mit 1000 Euro aus dem Haushalt der Bezirksverordnetenversammlung dotiert.

Mit dem Preis würdigt Tempelhof-Schöneberg besondere Leistungen aus der Zivilgesellschaft für die Teilhabe der hier lebenden Migranten und für einen Kulturaustausch. Teilhabe sei zentral für die gesellschaftliche und politische Kultur. „Man muss sie wollen und man muss sie können“, so Stefan Böltes. Das könne durch kleine oder große Gesten, still oder laut geschehen.

Nominiert waren neun Einzelpersonen, Organisationen und Vereine, darunter die freie evangelische Gemeinde Tempelhof, die sich seit Juli 2015 in der Flüchtlingsarbeit engagiert, die 1987 gegründete Deutsch-Tamilische Gesellschaft, die Flüchtlinge unterstützt, die arabisch-türkischen Bildungsbotschafterinnen aus Schöneberg Nord und die Russische Bühne.

Obwohl es nur einen Gewinner geben könne, so Bürgermeisterin Angelika Schöttler, säßen ganz viele Gewinner im Saal. „Die Integration und Tempelhof-Schöneberg haben gewonnen. Wir haben alle miteinander gewonnen.“ In ihrer Laudatio sagte Schöttler, der Verein koreanischer Krankenschwestern und -pfleger sei ein Garant für gelungene Integration. Als einer der Gründungsvereine des „Interkulturellen Hauses“ in der Geßlerstraße 11 habe er das Haus und die Integrationsarbeit im Bezirk von Anfang an mitgestaltet. Im „Interkulturellen Haus“ wird Familien, Kindern und Jugendlichen, ganz gleich welcher ethnischen Zugehörigkeit, Raum zur gemeinsamen Entfaltung geboten. Der Verein trage unter anderem mit einer Neujahrsfeier, Vollmond- und Weihnachtsfest, Tanzgruppe, dem koreanischen Kochstudio, Sprachunterricht in Deutsch und Englisch, aber auch mit der Teilnahme an der bezirklichen Veranstaltungsreihe „Cross-Kultur“ maßgeblich zum Kulturaustausch bei, so Schöttler.

Der Verein der koreanischen Krankenschwestern und -pfleger feierte im September 45-jähriges Bestehen. Er ist damit der älteste seiner Art in Deutschland. Schwerpunkt seiner Arbeit ist Bildung. Dazu gehört die Beherrschung der deutschen Sprache. Die Vereinsmitglieder sprechen Deutsch und Koreanisch gleichermaßen fließend. Ihre Kinder sind in beiden Kulturen zu Hause, mehr als 70 Prozent haben Abitur und studiert.

1966 kamen mehr als 10 000 Krankenschwestern aus dem asiatischen Land nach Westdeutschland. In der Bundesrepublik und West-Berlin sollten sie den Mangel an Pflegepersonal beheben. Die Auswahl der Frauen, die, selten für die damalige Zeit, zu Versorgerinnen ihrer Familien in der Ferne wurden, war streng. Alle hatten Abitur und eine mehrjährige Ausbildung zur Krankenschwester. 40 Prozent der koreanischen Krankenschwestern, die bis 1976 kamen, blieben in Deutschland. Sie haben in der Mehrzahl die deutsche Staatsangehörigkeit angenommen. KEN
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