Spende für FASD-Kinder: Traditioneller Tannenverkauf brachte 750 Euro

Thilo-Harry Wollenschlaeger und Gerhard Hanke (rechts) mit Gela Becker.
Berlin: Kinderheim Sonnenhof |

Spandau. Mit einer Spende ist jetzt das Kinderheim Sonnenhof bedacht worden. Das Geld kam beim Weihnachtsbaumverkauf zusammen.

Es ist Tradition in Spandau: Kurz vor Heiligabend werden die Tannenbäume verkauft, mit denen der „Spandauer Weihnachtstraum“ auf dem Rathausvorplatz dekoriert war. Diesmal kamen bei der Aktion 750 Euro zusammen. Das Geld spendete Weihnachtstraum-Veranstalter Thilo-Harry Wollenschlaeger dem Kinderheim Sonnenhof des „Evangelischen Verein Sonnenhof“ an der Neuendorfer Straße 60. Bei der Scheckübergabe an Geschäftsführerin Gela Becker am 7. Januar war auch Stadtrat Gerhard Hanke (CDU) dabei.

Mit der Spende will der Sonnenhof behinderte Kinder weiterfördern, die unter dem „Fetale Alkoholspektrum Störungen“ (FASD) leiden. FASD kann sich bereits beim einmaligen, geringen Alkoholkonsum während der Schwangerschaft entwickeln und gilt als die am häufigsten angeborene Behinderung. Gela Becker erläuterte einige Fakten dazu. So werden deutschlandweit pro Jahr rund 10.000 Kinder mit dieser Behinderung geboren, die auf eine einzige Ursache zurückzuführen ist: den Alkoholkonsum der werdenden Mutter. Denn eine Schwangere schädigt mit jedem Glas Alkohol die Gehirnzellen ihres ungeborenen Kindes. „Über die Placenta trinkt das Kind an einem Glas der Mutter drei Tage lang mit“, informierte Gela Becker. Und es seien laut Statistik acht von zehn Frauen, die während der Schwangerschaft Alkohol trinken würden. Äußerlich sind FASD-Kinder kaum erkennbar. „Aber sie sind für ihr Leben behindert, was sich beim Lernen im Kindergarten, der Schule und der Berufsausbildung verdeutlicht“, so Becker weiter.

Gerhard Hanke war über die Fakten schockiert, weshalb er spontan zusagte, eine Aufklärungskampagne zur Problematik an den Spandauer Schulen und in Jugendfreizeiteinrichtungen initiieren zu wollen. „Das könnten wir über Flyer oder eine kleine Wanderausstellung realisieren“, so Hanke. Zudem wolle er das Gesundheitsamt und das Jugendamt bitten sich zu beteiligen. uk
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