Leseförderung hat einen festen Platz in Steglitz-Zehlendorf

Schon bei den Kleinsten wie Milan (4) und Anton (5) wird mit einem umfangreichen Angebot an Bilderbüchern das Interesse am Lesen geweckt. (Foto: K. Menge)
 
Die Stadtbibliothek sorgt auch bei den jüngsten Lesern für immer neues Lesefutter. Die neunjährigen Zwillinge Lea und Tabea kommen gern in die Ingeborg-Drewitz-Bibliothek. Foto: K. Menge (Foto: K. Menge)

Steglitz-Zehlendorf. Wer nicht richtig lesen kann, hat schlechte Chancen im Leben. Deshalb stellt die Berliner Woche im Rahmen der Aktion „Das geht uns alle an!“ Akteure und Organisationen vor, die sich dafür einsetzen, dass Menschen besser lesen können.

Das Interesse an Büchern und am Lesen wird am frühesten in der Familie geweckt. Doch nicht alle Eltern fördern diese Fertigkeit. Um aber bei jedem Kind die Freude am Lesen zu wecken, gibt es zahlreiche Angebote der Leseförderung im Bezirk. Die Kinder- und Jugendabteilungen der Bibliotheken bieten unter anderem Vorlesestunden für Kinder ab vier Jahren an, sie veranstalten die Bilderbuchkinos und den Sommerleseclub. All dies unterstützt der Freundeskreis der Stadtbibliothek Steglitz-Zehlendorf. Seit 2006 helfen seine derzeit rund 70 Mitglieder sowohl finanziell als auch ideell in allen Bibliotheksbereichen.

„Leseförderung ist ein wichtiger Schwerpunkt unserer Arbeit“, sagt Petra Bill, Vorsitzende des Freundeskreises. Ein beispielhaftes Projekt ist die Förderung der Schulbibliothek der Mercator-Grundschule. Die Schule liegt in der Thermometer-Siedlung in Lichterfelde Süd. Hier leben vorwiegend Menschen mit Migrationshintergrund und einkommensschwache Familien. Das Lesen hat oft keinen besonderen Stellenwert und wird wenig gefördert. Seit 2014 unterstützt der Freundeskreis die Schulbibliothek mit einem jährlichen Zuschuss von 600 Euro. „In der Schulbibliothek werden die Kinder klassenweise an das Lesen herangeführt. Sie lernen, wie man eine Bibliothek richtig nutzt und durch immer aktuelle und neue Bücher wird ihr Interesse am Lesen geweckt und gefördert“, sagt Bill. Nicht selten werden die Nutzer der Schulbibliothek später auch Leser der großen Bibliotheken.

Eine weitere große Aktion, die der Freundeskreis angestoßen hat, ist die Bücherbus-Kampagne. Die Bücherbusse versorgen Jung und Alt von Steglitz Nord bis Wannsee mit Lesestoff. Seit über 50 Jahren haben Generationen von Schülern in den rollenden Bibliotheken die Welt durch Bücher entdecken gelernt. Die Busse sind inzwischen kaum mehr fahrtüchtig. „Wir haben die Politik aufgeweckt und darauf aufmerksam gemacht, dass wenigstens ein neuer Bus angeschafft werden muss“, sagt Petra Bill.

Ein Aktionsbündnis aus Bibliothek, Bürgerstiftung und Freundeskreis engagiert sich seit über einem Jahr für die Finanzierung eines neuen Busses. Durch Benefiz-Veranstaltungen und Spendenaufrufe sind bereits rund 18 000 Euro zusammengekommen. Weil auch der Bezirk Geld für einen neue Bücherbus im Haushalt bereitgestellt hat, wird noch in diesem Jahr ein moderner Bus durch die Ortsteile des Bezirks rollen und an 29 Stationen, darunter viele Schulen, Halt machen. „Der Bücherbus ist ein elementarer Teil der Leseförderung. Denn die Lektüre kommt kontinuierlich zu den jungen Lesern“, sagt Petra Bill.

Am 3. und 4. Juni gibt es weitere Benefizveranstaltungen für den Bücherbus. Die Krimi-Autorin Elisabeth Herrmann liest am 3. Juni, ab 19 Uhr, im Garten der Gottfried-Benn-Bibliothek in Zehlendorf aus ihrem neuesten Buch „Totengebet“. Am 4. Juni, 10 bis 14 Uhr, gibt es an gleicher Stelle Büchertrödel und Aktionen für Kinder.

An diesem Aktionswochenende können sich Interessierte übrigens auch über die Arbeit des Freundeskreises informieren. Denn der Freundeskreis braucht Mitglieder und Helfer, die die verschiedenen Aktionen unterstützen und sich aktiv für den Erhalt des vielfältigen Angebotes der Bibliotheken engagieren. KM

Freundeskreis der Stadtbibliothek Steglitz-Zehlendorf, E-Mail freundeskreis.stadtbibliothek@web.de.
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