Bauwert errichtet Siebengeschosser anstelle des Postgebäudes am Hochmeisterplatz

Formatfüllender Neubau am Hochmeisterplatz: Anwohner sahen erstmals, was sie künftig erwartet. (Foto: Thomas Schubert)
Berlin: Hochmeisterplatz |

Halensee. Klassische Ku’damm-Bauten als Vorbild: Am Hochmeisterplatz entstehen 114 Eigentumswohnungen mit historisierter Fassade und Hochparterre. Bei der Anwohnerversammlung gab Eigentümer Bauwert auch Auskunft, warum der Abbruch des Altbaus stockt.

Grün ist das Gras auf dem Dach, grün sind auch die obersten Ziegel. Darunter erstreckt sich auf dem über 80 Meter breiten Grundstück ein Siebengeschosser, der am Hochmeisterplatz den Blockrand schließt. Das erste Bild des Bauwert-Neubaus am Standort des Postgebäudes zeigt eine Front im Stil von Ku’damm-Gebäuden um 1900. Es kommt zum Bruch mit Fassaden der Neuen Sachlichkeit in der Nachbarschaft.

"Wir wollen Normalität"

Dieser Punkt sorgte bei der Versammlung in der Hochmeisterkirche am meisten für Diskussionsstoff. Doch der Architekt Thomas Albrecht betrachtet solch ein Gesicht für eine Immobilie in diesem Ausmaß als das richtige. „Man kann an dem Haus vorbeigehen – und es fällt nicht auf“, nannte Albrecht die gewünschte Wirkung. „Aber selbst ein Kind soll von außen erkennen können, in welcher Wohnung es lebt.“ Dafür werden die Etagen mit verschiedenen Ornamenten verziert und markante Auskerbungen gliedern den Riegel von links nach rechts. „Wir wollen keine triumphalen Gesten zeigen“, sagt Albrecht, „sondern Normalität.“

60 bis 125 Quadratmeter große Wohnungen orientieren sich laut Bauwert-Sprecherin Heike Zauner „an dem, was Berliner am meisten nachfragen“. Es handelt sich ausschließlich um Eigentumswohnungen mit 88 Garagenplätzen und Zufahrt in der Nestorstraße.

Antenne verzögert den Abriss

Für Unruhe im Versammlungsraum sorgte die Tatsache, dass Bauwert nichts vorzeigen konnte außer einem einzigen Bild. „Ich kritisiere das wie Sie“, erklärte den Bürgern hierzu Baustadtrat Marc Schulte (SPD). Er möchte vor dem Erteilen der Baugenehmigung auch prüfen lassen, ob sich im Hochparterre ein Café einarbeiten lässt, wie Nachbarn es sich wünschen.

Die Forderung nach einem zügigen Abbruch des Posthauses kann Bauwert vorerst nicht erfüllen. Denn auf dem Dach des angegriffenen Baus befindet sich noch eine Antenne der Funkturmgesellschaft. Erst wenn sie im August oder September verschwindet, können Abrissbagger ihr Werk vollenden. tsc
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Uwe Gräber aus Charlottenburg | 12.07.2016 | 15:01  
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