Der Mauerfall am Rand der Stadt
Bürgerverein Altglienicke zeigt lokale Fotografien vom November 1989

Hunderte Besucher drängen auf den S-Bahnhof Altglienicke, um von hier nach Westberlin zu fahren.
4Bilder
  • Hunderte Besucher drängen auf den S-Bahnhof Altglienicke, um von hier nach Westberlin zu fahren.
  • Foto: Archiv Bürgerverein Altglienicke
  • hochgeladen von Ralf Drescher

Im Herbst 1989 wurden die ersten Wohnungen des heutigen Kosmosviertels bezogen. Von den Häusern an der Schönefelder Chaussee blickte man auf Brachen, dahinter auf die Mauer und dann die Felder der Rudower Bauern. Eine Ausstellung erinnert daran.

Konzipiert hat sie der Bürgerverein Altglienicke, der sich bereits 2011 und 2014 in Ausstellungen dem Thema Mauer widmete. „Wir haben in den letzten Jahren weiteres Material aus Privatbesitz übernehmen können. Außerdem hat uns der benachbarte Rudower Heimatverein unterstützt. Auch dessen Mitglieder haben die Wochen nach dem Mauerfall fotografisch begleitet“, erzählt Joachim Schmidt, Vorsitzender des Bürgervereins.

Die ehrenamtlich organisierte Fotoschau ist als Ergänzung zu Ausstellungen gedacht, die die Ereignisse um den 9. November 1989 im Zentrum Berlins, in Leipzig und anderen ostdeutschen Großstädten dokumentieren. Zu sehen sind unter anderem erstmals Bilder vom Parkplatz am S-Bahnhof Altglienicke, der am Wochenende nach dem Mauerfall wie ein Auslieferungslager für den Pkw Trabant wirkt. Auch der Rudower Heimatverein hat Fotos beigesteuert. Denn auch dort, unmittelbar vor den Toren des heutigen Kosmosviertels, fiel am Abend des 9. November die Mauer. Wie die Tageszeitung "Potsdamer Neueste Nachrichten" vor zehn Jahren berichteten, hatte ein Oberstleutnant der Grenztruppen die scharfe Munition der Wachsoldaten eingesammelt und gegen 20.30 Uhr die Tore des Übergangs geöffnet. Weil zwischen Rudow und der Gemeinde Schönefeld keine Journalisten vor Ort waren, hat es diese Tatsache nicht in die Geschichtsbücher geschafft.

In den folgenden Tagen passierten pro Tag bis zu 28 000 Menschen den Grenzübergang, der sonst nur von Westberlinern genutzt wurde, die zum Flughafen Schönefeld wollten. Die Fotos der Rudower zeigen Trabikolonnen und BVG-Busse, die Besucher aus dem Osten durch offene Tore in Richtung Westberliner Innenstadt transportieren.

Die Ausstellung „30 Jahre Mauerfall und friedliche Revolution aus Altglienicker Sicht“ ist bis zum Frühjahr 2020 im 1. Obergeschoss des Bürgerhauses Altglienicke, Ortolfstraße 182, zu sehen. Geöffnet ist Montag bis Freitag von 12 bis 17 Uhr, außerdem am nächsten regulären Öffnungstag des Altglienicke-Museums am 24. November 14 bis 17 Uhr.

Autor:

Ralf Drescher aus Lichtenberg

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

10 folgen diesem Profil

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Beitragsempfehlungen

WirtschaftAnzeige
5 Bilder

Entdecken Sie vielfältige Überraschungen
Friedrichshagener Adventskalender 2020 rund um die Bölsche

Leckereien, Rabatte, Zugaben, kultureller Hochgenuss … Entdecken Sie jeden Tag eine kleine Überraschung und die Vielfalt der Friedrichshagener Geschäfts- und Kulturwelt entlang der und rund um die Bölsche – real oder virtuell. Die Planung des diesjährigen Adventskalenders Friedrichshagen stellte natürlich eine besondere Herausforderung dar – bis zum Drucken des Faltblatts wusste ja niemand so recht, was in der Adventszeit gehen darf und kann, wie viel echter Kontakt von Mensch zu Mensch...

  • Friedrichshagen
  • 02.12.20
  • 25× gelesen
Tipps und Service
2 Bilder

Lasst uns froh und bunter sein!
Plätzchen-Baumschmuck: Ein Rezept aus der Edeka Weihnachtsbäckerei

Liebe Kinder, wenn Ihr auch Lust habt, Plätzchen zu backen, kommt hier ein tolles Rezept! Viel Spaß beim Backen, Verzieren und Vernaschen! Zutaten für den Teig (ergibt ca. 2 Bleche) 300 g Dinkelvollkornmehl 2 TL Reinweinstein Backpulver 1 Prise Salz ½ TL Zimt 60 g Rohrohrzucker 1 Päckchen Vanillezucker 2 Eier 100 g weiche Butter Zum Verzieren: Schokotröpfchen Rosinen/Sultaninen gehackte Mandeln Puderzuckerglasur Bindfaden Zubereitung: 1. Zuerst das Mehl mit dem...

  • Mitte
  • 01.12.20
  • 37× gelesen
WirtschaftAnzeige
Editha Hahn-Fink und Robert Hahn führen Berlins ältestes Bestattungsinstitut im Familienbesitz.
2 Bilder

HAHN Bestattungen
Rechtzeitig über Vorsorge nachdenken

„Es gibt viele Menschen, die sich zu Lebzeiten Gedanken über ihren eigenen Tod machen“, sagt Robert Hahn. „Gerade in der heutigen Zeit, in der Familien oft weit voneinander entfernt leben, nimmt die Frage der Bestattungsvorsorge einen wichtigen Raum ein. Auch die finanzielle Absicherung der dereinstigen Bestattung wird in dieser unsicheren Gegenwart für viele Menschen immer wichtiger“, weiß er zu berichten. Robert Hahn führt das seit fast 170 Jahren im Familienbesitz befindliche...

  • Steglitz-Zehlendorf
  • 24.11.20
  • 138× gelesen

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen