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Ephraim-Palais ­­- Stiftung Stadtmuseum Berlin
Sommerhit in Berlin: „Die Schönheit der großen Stadt“

In der Ausstellung "Die Schönheit der großen Stadt":  Besucherin vor dem Gemälde von Moritz Melder, Brücke-Stadt, 1921.
In der Ausstellung "Die Schönheit der großen Stadt": Besucherin vor dem Gemälde von Moritz Melder, Brücke-Stadt, 1921. (Foto: Sandra Weller)

Sommerhit in Berlin: „Die Schönheit der großen Stadt“
Berliner Bilder von (Eduard) Gärtner bis (Rainer) Fetting. Noch bis 28.10.2018

Spaziergänge entlang der Spree, dem Kupfergraben, über den Gendarmenmarkt vorbei an den großen Domen, dürften auch bei Sommerhitze attraktiv sein. Das historische Zentrum mit der Spreeinsel, der Museumsinsel, dem Boulevard Unter den Linden und den Spolien Berliner Geschichte weit und breit haben nichts an Anziehungskraft verloren. Daran ändern auch die noch immer flatternden Planen am Ort der Schinkelschen Bauakademie nichts. Die Spannung zum entstehenden Humboldt Forum am Schlossplatz steigt …

In der Ausstellung im Ephraimpalais, am Molkenmarkt werden Stadtvisionen und Stadtleben in Bildern ab dem 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart als gewaltige Kraft der Anschauung von Farbe und Stadtgestalt zelebriert. www.stadtmuseum.de/schoenheit 

Diese großartige Ausstellung der Stiftung Stadtmuseum führt den Reichtum in Kunst und Baukunst durch künstlerische Reflexion vor. Selten gelingt es, Gegenwart und Vergangenheit so anschaulich und geistreich zu verbinden. Das Eintauchen in die Stadtgestalt Berlins - in dieser umfangreichen Ausstellung gelingt auch die Wiederentdeckung eines Kunstphilosophen und Architekten: August Endell. August Endell fand dafür treffende Worte. Zitate aus seinen ästhetischen Anschauungen ziehen sich wie ein roter Faden durch die Ausstellung. „Ein Dichter sollte diese Welt schildern, ein Dichter, der seine ganze Kraft und Kunst darauf wenden kann, das malendste, bildsamste, anschaulichste Wort für diese Wunder zu finden. Und Maler sollten es malen, sie, die am ersten, am direktesten Form und Farbe und Raum zu geben vermögen.“ So schreibt es August Endell, 1908. In Berlin baute Endell zahlreiche Gebäude, am bekanntesten der Endell’sche Hof in den Hackeschen Höfen in Berlin-Mitte.

Vor der Haustür des Ephraim-Palais, dem Schwerinschen Palais und dem Roten Rathaus bis hin zum Klosterviertel, plant Berlin eine Neugestaltung. So ist es besonders eindrücklich, das Bild vom Molkenmarkt von 1929, Hans Baluschek (1870–1935) in der Ausstellung zu finden. (Öl auf Leinwand, 100 × 150 cm, Berlin, Märkisches Museum).

Einfühlsam, mit weitem Blick auf die gesamte Stadt, sind die Kuratoren bei der Auswahl der Werke für diese Überblicksausstellung vorgegangen. Alle namhaften KünstlerInnen, die Berlintypisches geschaffen haben, sind vertreten. An vielen Stellen und Orten Berlins ist alles in Bewegung, macht Wandlung aller Orten durch Umwandlung und Verwandlung deutlich. In den Berliner Bilder(n) von Eduard Gärtner bis Rainer Fetting zeigt sich die Stadt in all ihren Facetten. Nur ab und an werden die akribischen Zeichner und Künstler in einigen „Kiezen“ vermisst, wie beispielsweise der Graphiker Manfred Butzmann aus Pankow, der heute in Potsdam lebt. Andererseits wird dem „Kiez“ aber große Aufmerksamkeit geschenkt. Die Themen-Schwerpunkte der Ausstellung (siehe auch Katalog zur Ausstellung, erhältlich im Museum Ephraim-Palais) machen methodisch Sinn für eine vielfältige Betrachtung der Kunstwerke.

Das sachlich formulierte Anliegen der Ausstellung erzeugt in Wirklichkeit beim Betrachter eine hohe Begeisterung für das, was Berlin als wachsende Stadt war, ist und sein wird. „Die äußere Erscheinung Berlins zwischen „Spree-Athen“ und Metropole steht im Mittelpunkt der neuen Sonderausstellung im Museum Ephraim-Palais: Die Schönheit der großen Stadt lädt dazu ein, mithilfe der Kunst das oftmals hinter Schmutz und grauen Fassaden verborgene wahre Wesen Berlins zu entdecken. Anhand von 117 herausragenden Gemälden von Künstlerinnen und Künstlern aus Vergangenheit und Gegenwart macht sie dabei die urbanen und sozialen Strukturen der Stadt im Wandel der Zeiten sichtbar.“ So formulieren es die Kuratoren Dominik Bartmann und Paul Spies.

Läuft man in der Ausstellung vom 3.OG im Ephraimpalais nach unten – also mit Eduard Gärtner beginnend - , offenbaren sich viele Augenblicke einer Synenergie zwischen zahlreichen Malereien, Raumgestaltungen und Blicken zwischen drinnen und dem tosenden Berlin draußen. Beim Blick über das Geländer des schönen Treppenhauses liest man im Parterre die Namen der in der Ausstellung versammelten Künstler.

Ein Bildspaziergang durch die Jahrhunderte über 3 Etagen zeigt an historischem Ort von Cölln und Berlin den Rückblick auf und an einen Zukunftsort. Am Molkenmarkt und der Klosterstraße soll eine neue Vision gebaut werden.
Das Forum Stadtbild Berlin e. V. setzt sich für eine öffentliche Debatte ein. https://www.molkenmarkt-berlin.de/veranstaltungen  

Anne Schäfer-Junker (anne.junker@gmx.de )

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