Haus der Toleranz und Vielfalt
Die D‘accord gGmbH eröffnet an der Myslowitzer Straße Wohnprojekt für Kinder und Jugendliche

Cora Claus, Geschäftsführerin der D’accord gGmbH: „Wir sind hier in Kaulsdorf gut, ohne Vorurteile empfangen worden.“
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  • Cora Claus, Geschäftsführerin der D’accord gGmbH: „Wir sind hier in Kaulsdorf gut, ohne Vorurteile empfangen worden.“
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  • hochgeladen von Harald Ritter

Die D‘accord gGmbH betreut in einem Haus an der Myslowitzer Straße Kinder und Jugendliche, die wegen ihrer sexuellen Orientierung Probleme mit ihren Elternhäusern haben und dort nicht mehr wohnen können. Der erste Bewohner zog Mitte Juni ein.

Dass sie hier willkommen sind, sehen die Kinder und Jugendlichen schon im Garten der Einrichtung. Eine Regenbogenfahne, das Symbol für Vielfalt und Toleranz in der Gesellschaft, weht hier. Die Fahne ist weltweit auch ein Symbol der Schwulen und Lesben, die für ihre Gleichberechtigung kämpfen.

„Es geht uns um Toleranz und Akzeptanz in jeder Hinsicht, ob das die soziale Herkunft, die Hautfarbe oder die sexuelle Orientierung betrifft“, sagt Cora Claus, Geschäftsführerin der D’accord gGmbH, wobei der französische Name „d’accord“ (dt. mit etwas oder einem anderen einverstanden sein) schon einen Hinweis auf das Programm der gemeinnützigen Gesellschaft gibt.

Jedes Jahr werden in Marzahn-Hellersdorf zwischen 400 und 500 Kinder und Jugendliche aus ihren Familien herausgenommen, weil die Eltern ihre Erziehungsaufgaben nicht wahrnehmen oder wahrnehmen können. Die Anlässe reichen von sexueller und anderer Gewalt bis zu psychischen Problemen. Ein Anlass kann sein, wenn Eltern die sexuelle Orientierung ihres Kindes nicht akzeptieren wollen oder können. „Das kann eine Menge Stress geben. Wir bieten auch solchen Kindern und Jugendlichen eine Unterkunft und eine Atmosphäre des Verständnisses“, erklärt Claus.

Dabei ist das Wohnprojekt, wie das an der Myslowitzer Straße, auch in einer Stadt wie Berlin noch eine Seltenheit, jedenfalls fehlt es an Plätzen. In dem umgebauten Wohnhaus an der Myslowitzer Straße 33 stehen zehn Plätze für Kinder und Jugendliche im Alter von acht bis siebzehn Jahren zur Verfügung. Davon werden vier in Doppelzimmern und vier in Einzelzimmern untergebracht. Dem Zusammenleben dienen die große Küche und das Esszimmer. Betreut werden die Bewohner von drei Sozialpädagogen plus einem Hausmeister und einer Hauswirtschafterin.

Großen Wert legt die D‘accord gGmbH auf eine gute Nachbarschaft. Die Mitarbeiter haben sich bereits vor der Eröffnung der stationären Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung im Kiez vorgestellt, Handzettel verteilt und zu einem Sommerfest eingeladen, das am 19. Juni stattfand.

Cora Claus, Geschäftsführerin der D’accord gGmbH: „Wir sind hier in Kaulsdorf gut, ohne Vorurteile empfangen worden.“
Im Garten der Betreuungseinrichtung der D‘accord gGmH weht eine Regenbogenflagge als Symbol für sexuelle Toleranz.

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