Bauen, matschen, toben: Am S-Bahnhof wird jetzt ein neuartiges Spielplatzkonzept umgesetzt

Die Landschaftsarchitektin Susanne Pretsch besprach in Workshops mit Kindern, wie der neue Spielplatz gestaltet werden soll. (Foto: Büro Pretsch)
 
Architektin Susanne Pretsch, Franziska Meissner von der Stiftung Naturschutz Berlin, Stadträtin Christine Keil und Martyn Sorge vom Verein Spielkultur Berlin-Buch engagieren sich für ein neues Spielplatzkonzept. (Foto: Bernd Wähner)

Buch. Unmittelbar am S-Bahnhof Buch entsteht in den kommenden Wochen die erste öffentliche naturnahe Spielfläche des Bezirks. Die Bauarbeiten beginnen in dieser Woche.

Der neue Spielplatz entsteht auf der bewaldeten Fläche, die an den Abenteuer- und Archäologiespielplatz Moorwiese angrenzt. „Das Besondere an diesem Projekt ist, dass herkömmliche Spielgeräte fehlen“, erklärt die Landschaftsarchitektin Susanne Pretsch. Was hier entsteht, nennt sich im Fachjargon „Naturerfahrungsraum“. „Hier sollen Kinder zum freien Spielen in der Natur und mit Naturmaterialien angeregt werden“, so die Architektin weiter. Dafür werden ihnen auf der etwa 5400 Quadratmeter großen Fläche Findlinge und Stämme zum Balancieren, Reisig und Äste zum Hüttenbauen, Bäume zum Klettern und Strauchhecken zur Verstecken zur Verfügung stehen. Das ist zwar alles ein bisschen abenteuerlich, aber nie gefährlich. Denn wie alle öffentlichen Spielplätze wird auch dieser zuvor von den Behörden abgenommen und freigegeben.

Initiator des neuen Spielplatzes war Martyn Sorge vom Verein Spielkultur Berlin-Buch. „Ich nahm 2008 an einer Fachtagung zum Thema Naturerfahrungsräume teil“, erinnert er sich. „Man bat mich, auf dem Podium Platz zu nehmen. Ich überlegte seinerzeit, was ich zum Thema beisteuern könnte. Mein Vorschlag war, solch einen neuartigen Spielplatz in der Nähe einer bestehenden Einrichtung wie unserem Moorwiesenspielplatz aufzubauen.“

Als Partner für die Umsetzung konnte schließlich die Stiftung Naturschutz Berlin gewonnen werden. „Wir hatten uns zuvor mehrere Flächen in Berlin angeschaut“, sagt Stiftungsmitarbeiterin Franziska Meissner. „Schließlich müssen ja bestimmte Anforderungen an solch einen Spielplatz erfüllt sein. Die Fläche sollte ausreichend groß und für die Kinder gut zu erreichen sein. Außerdem muss es in der Nähe Kümmerer geben, die auf der Fläche immer wieder mal aufräumen.“ Das alles ist in Buch gegeben. „Weil er in unmittelbarer Nähe zum S-Bahnhof liegt, können künftig sogar Kinder aus anderen Pankower Ortsteilen hierher kommen“, freut sich Jugendstadträtin Christine Keil (Die Linke), die das Projekt unterstützt.

Damit sich die Kinder auf der neuartigen Spielfläche wohlfühlen, organisierte Landschaftsarchitektin Susanne Pretsch ein Mitwirkungsverfahren. Kinder aus umliegenden Einrichtungen konnten ihre Ideen und Wünsche mit einbringen. „Bei einer Geländerallye fanden sie zum Beispiel die besten Kletterbäume und die geeignetsten Verstecke“, sagt Susanne Pretsch. „Sie zeigten mir ihre Lieblingsorte zum Quatschen und Ausruhen. So wurden sie für mich zu Experten.“ Nicht alle Ideen konnte die Planerin in ihren Entwurf einarbeiten. Schließlich muss sie Sicherheitsanforderungen beachten. Aber zum Beispiel den von den Kindern gewünschten Hochsitz wird es geben. Auch ein Matscheplatz ist geplant.

Der neue Spielplatz ist für Kinder bis zwölf Jahre geeignet. Projektträger ist die Stiftung Naturschutz, die ihn am 26. September eröffnen möchte. Danach werden die Mitarbeiter des benachbarten Moorwiesenspielplatzes als „Kümmerer“ fungieren und ein Auge auf den Spielplatz haben. BW
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