Kreuzung als Stadtplatz: Werden Autofahrer an der Wundtstraße ausgebremst?

Dieses betonierte Dreieck mitten auf der Kreuzung beflügelt Fantasien zur Verkehrsberuhigung – und Befürchtungen eines autofeindlichen Stadtviertels. (Foto: Thomas Schubert)

Charlottenburg. Anwohner wünschen sich eine verkehrsberuhigte Umgestaltung der Kreuzung Wundstraße und Horstweg – sogar ein Stadtplatz könnte hier entstehen. Doch Geld vom Land Berlin gäbe es nur für eine sanfte Lösung, die den Verkehrsfluss kaum drosselt.



Ein mit Pollern bewehrtes Dreieck, ein totes Stück Beton, es wird zum Politikum. Denn diese Dreiecksinsel mitten auf der Kreuzung Wundtstraße und Horstweg im Klausenerplatz-Kiez könnte sich in eine lebendige Fläche verwandeln, an der Kinder spielen, anstatt schnell fahrende Autos zu fürchten.

Doch unter den Anwohnern, das zeigte ein Ortstermin mit dem Kiezbündnis Klausenerplatz im Mai, besteht keine Einigkeit über die Zielsetzung des Umbaus. Da gibt es jene, die eine möglichst radikale Bremsung des motorisierten Verkehrs verlangen. Und solche, die den Wegfall von Parkplätzen und Belästigung durch spielende Kinder auf dem möglichen Stadtplatz als größeres Ärgernis fürchten. Und die, die halbherzige Lösungen ablehnen und die Kreuzung im Zweifel so belassen wollen wie sie ist. Zwischen diesen Meinungsbildern versucht Baustadtrat Marc Schulte (SPD) die richtige Linie zu finden.

400 000 Euro veranschlagt er für den Umbau – Geld, das der Bezirk selbst nicht aufbringen kann, es sei denn, man bekommt Mittel aus einen Plätze-Programm des Landes Berlin. Doch in diesen Topf kann Schulte nur unter einer Bedingung greifen: „Nämlich dann, wenn der ursprüngliche Straßenzug beim Umbau erhalten bleibt.“ Eben das geht aber an der Kernforderung derer vorbei, die starke Veränderungen zur Verkehrsberuhigung wünschen.

„Es sind nach wie vor alle Varianten möglich“, betont Schulte – auch die Maximalforderung der Autogegner. Sollte man sich dafür entscheiden, müsste der Bezirk überlegen, wie er das Geld selbst organisiert. Ein heißes Thema, zumal die Bürger im September 2016 zur Wahl gehen. Im gleichen Jahr wäre ein Umbau der Kreuzung machbar – wenn man sich rasch einig wird.

Ob eine Lösung zustande kommt oder der Streit weiter schwelt, zeigt ein Versammlung am Donnerstag, 26. November. Dann beraten alle Interessengruppen in der Aula der Nehringschule, Nehringstraße 9, ab 18 Uhr erneut. tsc
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