Einkauf ohne Autoverkehr: Mitte plant neue Fußgängerzone

Berlin. Anders als viele andere Städte hat Berlin eher wenige Fußgängerzonen. Am Potsdamer Platz soll nun eine neue entstehen. Aus Sicht des Handels ist das keine gute Idee.

Ob Hamburg, München oder Köln – überall locken Fußgängerzonen die Menschen zum Einkaufen, Schlendern oder Kaffeetrinken unter freiem Himmel – ohne lästigen Autoverkehr. Berlins Einkaufsstraßen können beim autofreien Bummeln nicht mithalten. Es gibt in der Innenstadt kaum Fußgängerzonen. Die Wilmersdorfer Straße in Charlottenburg oder das Nikolaiviertel sind Ausnahmen.

Das soll sich nach den Plänen des Bezirks Mitte ändern. Die Alte Potsdamer Straße zwischen Potsdamer Platz und Eichhornstraße soll eine weitere Fußgängerzone werden. Der Verkehr soll umgeleitet werden, damit die Berliner und Berlinbesucher ungehindert zwischen den Geschäften hin- und herlaufen können. Das soll unter anderem dem Einzelhandel zugute kommen.

Doch der Handelsverband Berlin-Brandenburg sieht keinen Bedarf für neue Fußgängerzonen. „Dort, wo in der Alten Potsdamer Straße eine Fußgängerzone entstehen soll, sind kaum einzelne Läden“, sagt Nils Busch-Petersen, der Hauptgeschäftsführer des Verbands. Grundsätzlich würden es die Einzelhändler schätzen, wenn die Kunden die Geschäfte mit den Verkehrsmitteln ihrer Wahl erreichen könnten. Außerdem gebe die Berliner Stadtstruktur mit ihren breiten Straßen kaum Möglichkeiten für Fußgängerzonen.

Gottfried Kupsch von der AG City geht davon aus, dass sich der Verkehr in Berlin künftig sowieso ändern und die Frage nach mehr Fußgängerzonen überflüssig wird. Ein effizienterer öffentlicher Nahverkehr, mehr Car-Sharing und mehr E-Autos sollen dazu beitragen, dass insgesamt – auch da, wo gern eingekauft wird – weniger Pkw unterwegs sind . jtw
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