Wahrzeichen am Ostkreuz vor dem Verkauf

Gastronomie, Galerie, Wohnungen. Es gibt viele Ideen, wie der Wasserturm künftig genutzt werden kann. (Foto: Frey)

Friedrichshain. Das markante Gebäude fällt zwar sofort ins Auge. Genutzt wird es allerdings schon lange nicht mehr. Aber vielleicht ändert sich das jetzt.

Die Rede ist vom Wasserturm am Ostkreuz. Der 1912 gebaute und 59 Meter hohe ehemalige Speicher stößt inzwischen auf Interesse. Mehrere Bewerber hätten sich gemeldet, die den Turm kaufen und reaktivieren wollen, heißt es bei seinem bisherigen Eigentümer, der Deutschen Bahn."Möglicherweise fällt im Juni eine Entscheidung", sagt Sprecher Michael Baufeld.

Klar ist allerdings, dass ein neuer Besitzer einiges Geld mitbringen muss. Auch wenn die Kaufsumme für die Bahn nicht das entscheidende Kriterium ist. "Natürlich wollen wir einen möglichst guten Preis erzielen", erklärt Baufeld. Noch wichtiger sei aber das Gesamtkonzept. "Wir werden den Käufer nicht nur zum Erhalt der Denkmalschutzbestimmungen verpflichten, sondern auch zu Investitionen."

Was in dem Gebäude möglich ist, damit hat sich die Leipziger Studentin Raja Kozlowskaya in ihrer Diplomarbeit beschäftigt. Zum Beispiel ein Panorama-Restaurant im Obergeschoss. Knapp 200 Quadratmeter auf zwei Etagen wären dort vorhanden. Besonders reizvoll natürlich wegen der Rundum-Aussicht. Alternativ könnte dort auch eine Galerie eingerichtet werden.

Selbst für einige Wohnungen gebe es Platz, fand Raja Kozlowskaya. Die wären zwar nicht besonders groß, würden sich aber vielleicht für Menschen anbieten, die in Berlin einen Zweitwohnsitz unterhalten wollen. Öffentlich zugänglich sollten dagegen wieder die unteren Etagen sein. Auch hier denkt die Studentin in Richtung Gastronomie, etwa eine Bar. Kunden könnten auch Menschen sein, die am Ostkreuz auf ihren Zug warten und sich die Zeit bis zur Abfahrt vertreiben wollen.

Alles interessante Ideen, die aber so nicht eins zu eins umgesetzt werden müssten, meint Baufeld. "Klar ist allerdings auch für uns, dass der Wasserturm zumindest in Teilen öffentlich zugänglich sein muss."

Das aktuelle Interesse an dem Wahrzeichen liegt zum einen daran, dass sich die Bahn zuletzt verstärkt um mögliche Investoren bemüht hat. Von denen schienen viele auf das Potential der Gegend zu setzen. Wenn der Umbau des Bahnhofs Ostkreuz voraussichtlich im Jahr 2017 abgeschlossen ist, befindet sich hier der wichtigste Berliner Knotenpunkt für den Nah- und Regionalverkehr auf der Schiene. Was auch das Umfeld noch einmal aufwertet.


Thomas Frey / tf
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