Verkehrslenkung hebt die Benutzungspflicht des Radwegs am Ritterfelddamm auf

Kladow. Gleich zwei Mal war der Radweg entlang des Ritterfelddamms Thema im Verkehrsausschuss am 19. Mai. Dabei wurde klar, dass für den bislang benutzungspflichtigen Radweg Veränderungen bevorstehen.

Anlass der Beratungen war ein Jugendantrag von Ronja Brauer aus der Generationen-Bezirksverordnetenversammlung vom 22. April. Die junge Spandauerin fordert in ihrem Antrag, den Radweg am Ritterfelddamm zwischen dem Kladower Damm und der Straße An der Bastion künftig als Fußgängerweg zu nutzen. Radfahrern sollte die Mitnutzung erlaubt sein.

Baustadtrat Carsten-Michael Röding (CDU) überraschte die Verordneten in seiner Stellungnahme mit einer Neuigkeit. "Dem Bezirksamt liegt bereits eine Anordnung der Verkehrslenkung Berlin (VLB) vor, dass die Benutzungspflicht des Radwegs entlang des gesamten Ritterfelddamms aufgehoben wird", teilte der Stadtrat mit. Damit werde Radfahrern künftig freigestellt, auch die Straße zu nutzen. "Angesichts dieser Veränderung sollte man den vorliegenden Antrag von Ronja Brauer gleich in die neue Anordnung mit einzubeziehen und entsprechend Rücksprache mit der VLB nehmen", reagierte die CDU-Verordnete Beate Christ auf die neue Sachlage. Der hätte damit größere Chancen, auch umgesetzt zu werden.

Ronja Brauer hatte ihren Antrag damit begründet, dass der vorhandene Fußgängerweg am Ritterfelddamm an den meisten Stellen sehr schmal, dicht an der Straße gelegen und zudem häufig durch Straßenlaternen eingeengt sei. "Da dieser Fußgängerweg oft von Gruppen der Grundschule am Ritterfeld und der benachbarten Kindertagesstätte genutzt wird, gibt es dadurch eine ständige Gefahrensituation", schilderte sie das Problem. Die Einrichtung eines Fußgängerwegs mit der Erlaubnis des Radfahrens auf dem bisherigen Radweg würde die Gefahrensituation entschärfen.

Gegen die Stimmen der SPD-Fraktion hatte sich vor Jahren die Bezirksverordnetenversammlung dagegen entschieden, die Benutzungspflicht des Radwegs am Ritterfelddamm aufzuheben. "Der Radweg wurde mit einem Aufwand von mehreren Millionen Euro gebaut und extra mit drei Lichtsignalanlagen versehen, die einen gefahrlosen Wechsel der Radfahrer von einer zur anderen Straßenseite ermöglichen", hatte damals FDP-Fraktionschef Karl-Heinz Bannasch den Antrag seiner Fraktion auf den Erhalt der Benutzungspflicht begründet. Diesen Radweg, der in einem hervorragenden baulichen Zustand sei, zur beliebigen Nutzung freizustellen, bedeute seiner Ansicht nach eine "Verschwendung von Steuergeldern".


Michael Uhde / Ud
0
Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.