Video zeigt Unionsmitglieder mit Nazisymbol

Der Abgeordnete Danny Freymark (CDU). (Foto: Wrobel/ Archiv)

Lichtenberg. Ein bereits 2008 aufgetauchtes Video eines Ausflugs von CDU-Mitgliedern belastet auch den heutigen Lichtenberger Abgeordneten Danny Freymark.

"Das war ein schwerer Fehler und ich habe meine Konsequenzen daraus gezogen", sagt Danny Freymark. Der Fehler von dem er spricht, geschah auf einer Fahrt der Berliner CDU nach Riga im Jahr 2005. Drei Jahre später taucht ein Handyvideo vom Ausflug auf. Die Konsequenz: Freymark tritt aus der Partei aus. Nach einem halben Jahr tritt er wieder ein, "war froh über eine zweite Chance". Heute ist der 33-Jährige Abgeordneter und kandidiert für die Abgeordnetenhauswahl 2016 auf dem Listenplatz 1 im Bezirk.

Im Wahlkampf macht dasselbe Handyvideo jetzt erneut Schlagzeilen: Darin sieht man Freymark und andere CDU-Mitglieder in Sesseln sitzen und trinken. Sie klopfen im Stil einer "Talkshow" Nazi-Sprüche, halten ein Hakenkreuz-Abzeichen in die Kamera. Freymark ist wenige Sekunden im Video zu sehen, feuert hörbar die anderen im Gespräch an. Das führen Lukas Krieger, der für die Abgeordnetenhauswahl 2016 kandidiert und der Landesvorsitzende der Jungen Union Christoph Brzezinski.

Martin Pätzold, Chef der Lichtenberger CDU, findet das Video "geschmacklos". Er wendet ein, Menschen verdienten eine zweite Chance. "Diese hat Danny Freymark im Anschluss an die Berichterstattung 2008 bekommen". Schon vor 2008 engagierte er sich im Förderkreis des Holocaust-Mahnmals, so Pätzold. "Freymarks Kurzaustritt aus der CDU war keine angemessene Konsequenz auf sein Handeln", findet dagegen Evrim Sommer (Die Linke) und ergänzt: Noch 2009 bezeichnete er sich in einem Bericht der Berliner Woche als "Opfer einer Intrige". Sie vermisse bis heute eine "überzeugende Erklärung". Anders sieht es Michael Grunst (Die Linke): "Während es 2008 keine öffentliche Entschuldigung gab, nehme ich die Klarstellung und Distanzierung von Danny Freymark und der CDU im Jahr 2016 zur Kenntnis." Der Chef der SPD in Lichtenberg, Ole Kreins, schreibt: "Ich fand das Verhalten bereits 2008 widerlich und finde das heute noch." Er hätte sich gewünscht, Freymark wäre im bezirklichen Bündnis für Demokratie und Toleranz aktiv geworden. "Vielmehr ätzte er noch gegen die Unterbringung von Geflüchteten in Hohenschönhausen." KW
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