BIM saniert Gebäude - Jobcenter zieht im Sommer ein

In den sanierten Rathausturm zieht das Jobcenter. (Foto: Dirk Jericho)

Mitte. Der Rathausturm in der Müllerstraße 147 erstrahlt in neuem Grau. Die Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM) lässt den Zehngeschosser für rund 9 Millionen Euro sanieren.

Baustadtrat Carsten Spallek (CDU) hat ein Foto vom Rathausturm auf seiner Facebook-Seite gepostet. "Energetische Sanierung Rathaus-Turm Wedding fast fertig" schreibt Spallek und freut sich nach dem Abbau der Rüstung über das Ergebnis. "Statt mit eiskalten Fenstern und zugigen Ritzen strahlt der Rathausturm in neuem Grau", so der Stadtrat. Er muss es wissen; Spallek hatte bis 2012 in dem maroden Gebäude sein Büro. Als damals für Immobilien zuständiger Stadtrat hatte Spallek die Abgabe des Gebäudes an die BIM, die landeseigene Gebäude verwaltet, eingefädelt. Der Bezirk wollte das Haus loswerden, um jährlich 1,3 Millionen Euro Gebäudekosten zu sparen.

Neuer Mieter in dem Haus wird das Jobcenter. Die Entscheidung war umstritten. Bezirkspolitiker und Stadtplaner wollten lieber, dass die benachbarte Beuth-Hochschule in den Rathausturm zieht. Die Hochschule hatte großes Interesse und wollte in den Etagen dringend benötigte Seminarräume und Büros einrichten. Die Schule hätte bestens zum geplanten Bildungscampus mit der neuen Schillerbibliothek gepasst und positive Impulse für das schwierige Viertel am Leopoldplatz gegeben, wie Stadtplaner meinen. Doch der Finanzsenator wollte das Jobcenter als neuen Mieter, weil die Behörde über vier Millionen Euro für die Sanierung des Turms dazugibt; Geld, dass die Beuth-Hochschule nicht hatte.

Wie BIM-Sprecherin Katja Cwejn sagt, wurde der Rathausturm komplett syniert. Dafür wurden das Gebäude völlig entkernt, eine Wärmedämmfassade angebracht sowie alle Fenster und das Dach erneuert. Jetzt beginnt der Innenausbau. Die Arbeiten sollen im zweiten Quartal abgeschlossen sein. "Im Anschluss zieht das Jobcenter ein", so Cwejn.

Derzeit verhandeln Bezirk und BIM noch über die Zuständigkeiten und Flächenverteilungen. Der ehemalige Rathausvorplatz gehört der BIM. Der Bezirk will den Platz komplett erneuern und zu einem attraktiven Stadtplatz machen. Dazu gab es bereits einen Freiraumwettbewerb. Die Gewinner vom ANNABAU-Architekturbüro haben zum Beispiel entlang der ehemaligen Limburger Straße eine Baumallee mit Skulpturengarten, Sitzbänken und Tischen entworfen. Die Parkplätze hinter dem Rathausturm sollen verschwinden und einem kleinen Park weichen. "Wegen der geplanten Umgestaltung durch das Bezirksamt prüfen wir derzeit die Flächenverteilung", sagt Cwejn. Denn die BIM will auf keinen Fall die neuen Grünflächen pflegen. "Wir führen dazu Gespräche mit dem Bezirk. Gemeinsames Ziel ist es, die Neugestaltung zügig auf den Weg zu bringen", so Cwejn. Eine Konsequenz hatte die Übertragung des Rathausvorplatzes an die BIM bereits. Die Immobilienfirma wird den Platz nicht in Elise-und-Otto-Hampel-Platz benennen, wie es die BVV beschlossen hatte. Als Eigentümerin hat die BIM das Sagen. Und einen neuen Namen will sie nicht, weil die Adresse für das Jobcenter Müllerstraße 147 bleiben soll.


Dirk Jericho / DJ
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