Grüne Dächer für die Nachbarn

In dem Quartier an der Schmidstraße 13/15 entstehen 128 Ein- bis Vier-Zimmer-Wohnungen. Anwohner konnten sich an Gestaltungsplänen beteiligen. (Foto: Dahm Architekten)
Berlin: Schmidstraße 13 |

Mitte. Die Wohnungsbaugesellschaft Mitte (WBM) hat direkt am U-Bahnhof Heinrich-Heine-Straße ihr erstes großes Neubauprojekt gestartet.

Wo einst Kinder spielten, rollen bald die Bagger an. Auf der Brache einer vor Jahren abgerissenen Kita - als Berlin im Gegensatz zu heute noch schrumpfte - entsteht in den kommenden zwei Jahren ein Quartier für 250 Menschen.
Die WBM baut in der Schmidstraße 13/15 sechs fünfgeschossige Häuser mit 128 Wohnungen. Als die ersten Pläne bekannt wurden, gab es Proteste von den Anwohnern der umliegenden Zehngeschosser. Die Mieter der Berolina-Genossenschaft wollten keine neuen Häuser auf ihre verlodderte Brache gestellt bekommen. Nach Protesten organisierte die WBM Gesprächsrunden. Zu den sechs Bürgerveranstaltungen kamen jeweils bis zu 60 Leute. Wie WBM-Chef Lars Ernst beim ersten Spatenstich mit Bausenator Andreas Geisel (SPD) am 21. Juli sagte, seien einige Wünsche der Anwohner in die Planungen eingeflossen. Damit die Nachbarn nicht auf graue Dachpappe gucken, werden nun alle Dächer begrünt. Auch ein Spielplatz wurde verlegt, Müllplätze besser versteckt und die Tiefgaragenzufahrt für mehr Grünfläche verkürzt.

Das Wohnprojekt ist Teil der neuen Liegenschaftspolitik Berlins, die besagt, den städtischen Wohnungsbaugesellschaften landeseigene Grundstücke für Wohnungsneubauten zu übertragen. „Berlin wächst jährlich um zirka 45 000 Menschen und es gibt kaum noch freie Wohnungen“, sagte Andreas Geisel. Ohne Neubau würden die Mietpreise stark steigen. Und wenn nur Private bauen würden, gäbe es keinen bezahlbaren Wohnraum für alle sozialen Schichten.

Günstige Mieten


Die städtischen Wohnungsbaugesellschaften haben sich im Rahmen des Bündnisses für soziale Mieten verpflichtet, auch günstige Mieten anzubieten. Ein Drittel der Wohnungen werden laut Lars Ernst in der Schmidstraße subventioniert, in denen Mieter mit Wohnberechtigungsschein Nettokaltmieten zwischen sechs und 7,50 Euro zahlen müssen. Die anderen Wohnungen kosten je nach Lage bis zu zwölf Euro nettokalt, so Lars Ernst.

In Mitte ist das Neubauprojekt bisher das größte der WBM. Für das nächste Großprojekt läuft gerade der Realisierungswettbewerb. Direkt auf der anderen Seite der Berolina-Zehngeschosser sind an der Köpenicker Straße weitere 150 Wohnungen in Planung. Auf den jetzigen Parkplätzen sollen bis 2018 fünf Häuser, darunter ein Zwölfgeschosser gebaut werden. Auch die Planungen für 200 neue Wohnungen auf der Fischerinsel 1 laufen auf Hochtoren. Architekten entwickeln bis Herbst in einem Wettbewerb Gestaltungsideen. Für das Projekt auf dem Grundstück Fischerinsel Ecke Mühlendamm müssen etliche Bäume gefällt werden. Insgesamt will die WBM bis 2018 etwa 1000 neue Wohnungen bauen. DJ
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