Bezirk braucht mehr Schulen: In vier Jahren 6000 Schüler mehr

Mitte. Berlin wächst, vor allem im Zentrum. Die vorhandenen Schulplätze reichen nicht mehr aus. Laut neuestem Schulentwicklungsplan (SEP) soll das Problem durch mobile Anbauten, Verdichtungen und auch Neubau gelöst werden.

4400 Grundschüler mehr ab 2020 (derzeit 15 300 Schüler), so die Prognose im SEP. An den Oberschulen werden 1400 zusätzliche Plätze ab 2020 benötigt (derzeit 9800 Schüler). Schulstadträtin Sabine Smentek (SPD) hat jetzt ein Konzept vorgelegt, um weitere Schulplätze zu schaffen. Der SEP listet Optionen auf, beschlossen ist noch nichts. Das Platzproblem soll vor allem durch mobile Ergänzungsbauten (MEB) gelöst werden. So bekommen die Papageno-Schule und die Heinrich-von-Stephan-Schule solche Fertigteilkisten. Aus dem 08/15-Legosystem wird ab 2017 sogar ein neuer Schulstandort an der Boyenstraße/Ecke Chausseestraße zusammengebaut. Individuelle, von Architekten geplante Neubauten wird es nicht geben. Die Kurt-Tucholsky-Schule bekommt zur Erweiterung ein ehemaliges Polizeigebäude hinzu. Auch die seit Jahren leerstehende Plattenbauschule in der Adalbertstraße soll reaktiviert werden „und 2020 ans Netz gehen“, so Smentek. Fünf Grundschulen (Gottfried-Röhl-, Möwensee-, Anna-Lindt-, Brüder-Grimm-, Kastanienbaum-Grundschule) sollen auf den bestehenden Flächen erweitert werden. Auf Räume für Teilungsunterricht – Stichwort Verdichtung – müssen zukünftig die Erika-Mann- und die Allegro-Grundschule verzichten.

Ideen sind gefragt

Wie Smenteks Planer errechnet haben, braucht der Bezirk in fünf Jahren auch zwei neue Oberschulstandorte. Das Schulamt sucht derzeit nach potenziellen Flächen. Mittelfristig sollen die früheren Schulen in der Pankstraße und Gotenburger Straße – derzeit Flüchtlingsunterkunft – wieder Grund- und Oberschulen werden. Um Plätze zu schaffen, werden die Schulstandorte der Ernst-Reuter-Oberschule und der Standort in der Singerstraße mit Guths-Muths-Grundschule und Max-Planck-Gymnasium „neu konzipiert und geplant“.

Smentek hat in einem Brief allen Schulleitern versichert, dass die detaillierten Erweiterungspläne keine beschlossene Sache sind. „Weitere Ideen für Ihre Schule können Sie mir gerne mitteilen“, so die Stadträtin. DJ
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