Mit Bernd S. Meyer im Kolonnadenhof an der Bodestraße

Mitte. Es ist der Vorplatz zweier Kunsttempel nach Vorbild der Antike, gerahmt von einer Säulengalerie. Breit hingelagert das Neue Museum daneben die Alte Nationalgalerie, einst von König Friedrich Wilhelm IV. gedacht als Freistätte für Kunst und Wissenschaft.

Altes Museum hieß das Königliche Museum erst mit Baubeginn des Neuen Museums ab 1843. Und 1876 wurde die Nationalgalerie als dritte Sammlungsstätte eingeweiht. Erst Anfang des vorigen Jahrhunderts entstanden links und rechts der Stadtbahnstrecke Bode- wie Pergamonmuseum.

Weltkulturerbe Museumsinsel ist seit 15 Jahren ein gängiger Begriff. Die Auszeichnung betrifft längst nicht nur die bedeutenden Sammlungen, sondern auch die damals modernsten Techniken des Bauens. Friedrich August Stüler, Königlicher Architekt, setzte Eisenkonstruktionen für das Neuen Museum ein, baute ein großes Glasdach, ließ die Pfahlgründung per Dampfmaschine einrammen. Preußens beste Maler und Bildhauer wirkten an der Ausstattung. So wurde das Gebäude zum Monument des späten Klassizismus.

Trotz der Kriegszerstörungen blieben große Teile der Bauplastik und Wandmalerei erhalten. Stülerbau war schon ein fast mythischer Begriff, lange bevor 1986 endlich der Wiederaufbau der letzten bedeutenden Kunst-Ruine in Berlins Mitte begann.

Als der britische Architekt David Chipperfield im Auftrag der Staatlichen Museen die Erneuerung bis 2008 vollendete, fehlende Bauteile, wie den Nordflügel ergänzte, Erhaltenes vorsichtig restaurieren ließ, wurde das Haus, auch wegen seiner Brüche, erneut zum schönsten Museumbau Berlins.

Die Alte Nationalgalerie daneben hat eine lange Vorgeschichte. Ab 1867 wurde sie von Johann Heinrich Strack erbaut, Stüler hatte noch Planungen geliefert, dabei Skizzen des verstorbenen Königs berücksichtigt.

Nebenan, vor der Wasserfassade des Neuen Museums, wird das Fundament der James-Simon-Galerie vorbereitet. James Simon, nach dem das künftige moderne Empfangspalais benannt ist, war zu Kaisers Zeiten einer der bedeutendsten Kunstmäzene. Er hatte die Porträtplastik der Nofretete dem Ägyptischen Museum gespendet. Sie steht nun wieder nebenan im Neuen Museum.

Die Plätze-Führung mit Bernd S. Meyer beginnt am Sonnabend, 26. April, um 11 Uhr. Treffpunkt ist an der Freitreppe der Nationalgalerie. Verkehrsverbindungen: S- und U-Bahnhof Friedrichstraße, Tram M 1 und 12 (Am Kupfergraben); Bus TXL (Staatsoper) sowie 100 und 200 (Lustgarten).

Die Teilnahme ist für unsere Leser kostenlos. Allerdings ist eine Anmeldung erforderlich: Am Freitag, 25. April, von 10 bis 12 Uhr anrufen unter 25 93 04 97 84 26.


/ BSM
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