Schulamt braucht demnächst Gebäude in der Auguststraße

Im früheren Rektorenhaus sind die kommunale Galerie "weisser elefant", die Klezmer Schule und das Kunstprojekt Farbklang untergebracht. (Foto: Dirk Jericho)

Mitte. Wegen steigender Schülerzahlen im Zentrum könnte es demnächst passieren, dass die kommunale Galerie "weisser elefant" aus ihren Räumen in der Auguststraße 21 raus muss.

Die Galerie befindet sich seit 2000 im früheren Rektorenhaus. Zuvor war die Galerie zwei Jahre im Keller der dazugehörigen Altbauschule untergebracht. Die frühere Nikolai-Ostrowski-Oberschule für Sehbehinderte, wie sie zu DDR-Zeiten hieß, wurde jahrelang als Kulturhaus genutzt. Der Bezirk hatte vor ein paar Jahren wegen des Kinderbooms in Mitte die Schule am Koppenplatz wieder aktiviert. Wegen ständig steigender Schülerzahlen wurde das Schulgebäude in der Auguststraße 20 Zweigstelle der Koppenplatz-Schule. Als weitere Filiale wird die Plattenbauschule in der Bergstraße genutzt. Im neuen Schulentwicklungsplan (SEP) prognostizieren die Planer im Grundschulbereich steigende Schülerzahlen von 16 Prozent in den nächsten fünf Jahren. Schulschließungen sind daher erstmal vom Tisch, obwohl der Bezirk wegen seiner überwiegend alten Gebäude mit ungünstigen Raumschnitten im Vergleich zu anderen Bezirken zweistellige Millionenkosten quersubventionieren muss. Um Schulanfänger wohnortnah unterzubringen, könnten mobile Containerbauten errichtet werden. Im Bereich der Koppenplatz-Filiale in der Auguststraße ist im aktuell beschlossenen SEP die Option vermerkt, die Räume des einstigen Rektorenhauses für die Schule zu nutzen. Damit müssten neben der Galerie "weisser elefant" auch die Kinderkunstschule Farbklang und die Klezmer Musikschule raus.

Ralf Bartholomäus, seit 1987 Leiter der kommunalen Galerie "weisser elefant" inmitten der größten kommerziellen Galeriemeile Berlins, ist verunsichert. "Uns wurde zugesagt, die Passage im Schulentwicklungsplan zu streichen", sagt er.

Was aus der Galerie wird, wenn der Bezirk das Gebäude für Hort oder Büros nutzen will, ist derzeit völlig offen. Auch die Grünen in der BVV finden es "inakzeptabel, die Galerie, die Klezmer Schule und das inklusorische Kunstprojekt Farbklang zugunsten von Büroräumen für die Koppenplatz-Grundschule zu verdrängen", wie die schulpolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion, Jenny Neubert, sagt. Die Grünen waren mit ihrem Antrag gescheitert, diese Passage aus dem Schulentwicklungsplan zu streichen. Schulstadträtin Sabine Smentek (SPD) versucht indes zu beruhigen. "Das ist rein theoretisch. Niemand will das eigentlich", sagt sie. Das Gebäude werde nur für die Schule benötigt, "wenn andere Optionen nicht ausreichen". Im kommenden Schuljahr sei das Thema gar nicht aktuell.


Dirk Jericho / DJ
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