Stadträte unterstützen ein Verbot des islamischen Trägervereins

Neukölln. Die Al-Nur-Moschee in Neukölln ist in den vergangenen Wochen wegen frauenfeindlicher Äußerungen in den Predigten und wegen islamistischer Hetze in die Schlagzeilen geraten.

Zwei Neuköllner Stadträte unterstützen Innensenator Frank Henkel (CDU), der ein Verbot des Trägervereins der Moschee prüfen will. Bildungsstadträtin Franziska Giffey (SPD) und Jugendstadtrat Falko Liecke (CDU) haben sich für ein Verbot des Vereins ausgesprochen.

"Es kann nicht sein, dass ein Moscheeverein in unserem Bezirk immer wieder gewaltverherrlichende, menschen- und frauenverachtende Äußerungen in seinen Predigten propagiert und in die Öffentlichkeit trägt", erklärte Giffey am vergangenen Freitag. Sie erwarte vom Innensenator, den Trägerverein Islamische Gemeinde Berlin verbieten zu lassen.

Bereits zuvor hatte sich der Jugendstadtrat Falko Liecke für ein Verbot des Vereins eingesetzt. Auch er verurteilte die Hetzpredigt durch den Imam Sheikh Abdel Moez al-Eila in der Al-Nur-Moschee. "Wir haben lange genug zugesehen, wie diese Moschee die umliegende überwiegend muslimische Bevölkerung insbesondere in der High-Deck-Siedlung beeinflusst", so Liecke. Er kritisiert, dass in der Moschee "gezielt eine mittelalterliche Parallelgesellschaft" gefördert werde. Die Arbeit in der Moschee dürfe nicht dazu führen, dass die Kinder der naheliegenden Grundschule "nicht am Sportunterricht und am Schwimmunterricht teilnehmen."

Liecke erklärte weiter, "die angekündigte Verbotsprüfung befürworte ich ausdrücklich." Er machte besonders auf eine Radikalisierung der Kinder und Jugendlichen aufmerksam, die im Umfeld der Moschee deutlich erkennbar ist. Liecke forderte, die Kinder und Jugendlichen in Schulen und Jugendfreizeiteinrichtungen zu betreuen. Neukölln habe seit 2014 eine erste Initiative gemeinsam mit dem Verein ufuq.de (arabisch und türkisch für "Horizont") ergriffen und 60 Workshops zum Thema "Islam, Islamismus und Demokratie" an Schulen angeboten.

"Auch wenn hiermit 425 Jugendliche erreicht werden konnten, reicht dies bei weitem nicht aus", sagte Liecke. Es müsse alles unternommen werden, um junge Menschen zu erreichen.


Klaus Tessmann / KT
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