"Forum Asyl" veranstaltet Benefizabend

Nieves Kuhlmann (links) und Lissy Eichert setzen sich für Flüchtlinge in auswegloser Situation ein. (Foto: Sylvia Baumeister)

Neukölln. Seit 1995 gibt es in der katholischen Kirche St. Christophorus das "Forum Asyl". Ehrenamtliche betreuen Flüchtlinge, die vor der Abschiebung stehen, deren Leben aber bei der Rückkehr in die Heimat bedroht ist. Zugunsten der Flüchtlingsarbeit veranstaltet die Kirche jetzt einen Kleinkunstabend.

Es ist eine uralte Tradition: Menschen, deren Leben bedroht ist, können an einem heiligen Ort Schutz suchen. Auch die katholische Kirche St. Christophorus bietet diesen Schutz an. "Auslöser für unsere Arbeit war 1995 eine tamilische Familie, die mit drei Kindern um Asyl bei uns bat", erzählt Pastoralreferentin Lissy Eichert. Um der Familie helfen zu können, bildete sich das Forum Asyl, das in einem ökumenischen Netzwerk mit der evangelischen Kirche zusammenarbeitet sowie mit Flüchtlingsberatungsstellen und dem Verein "Asyl in der Kirche", dem "Mutterschiff" der Kirchenasylbewegung in Berlin. Wer in einer Kirche Aufnahme findet, dessen Asylantrag wurde in der Regel bereits abgelehnt und er steht kurz vor der Abschiebung.

"Wenn unsere Netzwerkpartner überzeugt sind, dass dem Asylsuchenden bei seiner Rückkehr Gefahr für Leib und Leben droht, gewähren wir Kirchenasyl", erklärt die Pastoralreferentin. Über 20 Menschen in Not haben hier bisher eine zeitlang ein Zuhause und Hilfe gefunden. Fast immer sind die Flüchtlinge stark traumatisiert. "Alle haben extreme Existenzangst. Es ist im Grunde immer ein Aushalten, wo jeder Tag ein Gewinn ist", sagt Lissy Eichert. Die derzeit etwa 15 Ehrenamtlichen des Forums kümmern sich um alles, was für die Flüchtlinge wichtig ist: Sie setzen sich mit Behörden in Verbindung, um über den Asylantrag neu zu verhandeln. Sie kümmern sich um Anwälte und die medizinische Versorgung, besorgen aber auch Alltägliches, wie Wohnraum, Kleidung, Verpflegung oder Deutschkurse.

Auch die sozialpädagogische und psychologische Betreuung ist wichtig: "Wir tun alles, was menschenmöglich ist", sagt Sozialpädagogin Nieves Kuhlmann. Finanziert wird die Arbeit bisher allein aus Spenden sowie aus einer jährlichen Benefizveranstaltung. Auch in diesem Jahr bietet der Abend in der Nansenstraße 4 am 14. November ab 18.45 Uhr ein sehr vielfältiges Programm mit kulinarischer Stärkung. Mehrere Chöre werden singen, außerdem werden Kabarett und Deutschrock geboten sowie ein kurzer Dokumentarfilm über Neuköllner Jugendliche. Spenden, die über das Eintrittsgeld von 3,50 Euro hinausgehen, sind gern gesehen.


Sylvia Baumeister / SB
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