Weiterbildung: LernLäden helfen bei der Orientierung im Bildungs-Dschungel

Nina-Sybil Klüppel leitet den LernLaden Pankow. Die Broschüre brachten die Berliner LernLäden zu ihrem Jubiläum heraus. (Foto: Bernd Wähner)
 
Nguyen Thi Bao Yen ist die hunderttausendste LernLaden-Besucherin. Bildungsberater Michael Brückner und LernLaden-Leiterin Nina-Sybil Klüppel begrüßten sie. (Foto: Bernd Wähner)
Berlin: Lernladen Pankow |

Prenzlauer Berg. Den hunderttausendsten Besucher, der eine Aus- und Weiterbildungsberatung wünschte, konnten kürzlich die Berliner LernLäden begrüßen.

Für Nguyen Thi Bao Yen wurde aus diesem Anlass ein ganz besonderer Empfang im LernLaden Pankow ausgerichtet. In der Einrichtung an der Stargarder Straße 67 wurde sie nicht nur vom Team um Leiterin Nina-Sybil Klüppel erwartet. Auch Berlins Arbeitsstaatssekretär Boris Velter (SPD), Vertreter der LernLäden Neukölln und Ostkreuz, sowie der Vorstand des Vereins LernNetz Berlin-Brandenburg kamen zur Begrüßung der jungen Frau, die die Jubiläumsberatung in Anspruch nahm.
Die Vietnamesin lernt zurzeit intensiv die deutsche Sprache. Danach möchte sie eine Ausbildung beginnen. Bei der Suche nach einem geeigneten Ausbildungsplatz unterstützt sie LernLaden-Berater Michael Brückner. „Er gab mir schon wichtige Hinweise“, sagt die junge Frau. „Jetzt muss ich sehen, was klappt.“ Als Jubiläumsgast des Projektes LernLaden kann sie sich schon mal auf weitere Unterstützung freuen. Sie bekam von Staatssekretär Boris Velter einen Bildungsgutschein über 150 Euro überreicht.

Die drei Berliner LernLäden gingen Anfang des Jahrtausends als Modellprojekt an den Start. Ihr Ziel: Die Mitarbeiter beraten Menschen zu allen Fragen der Aus- und Weiterbildung. Damit wollen sie das „lebenslange Lernen“ unterstützen. Finanziell gefördert werden die LernLäden deshalb mit Mitteln aus der EU, vom Senat und von Job-Centern.

Das Modellprojekt lief so erfolgreich, dass es weiter ausgebaut und auch über die Modellphase hinaus gefördert wird. Jeder der drei LernLäden hat dabei einen anderen Träger. Die Einrichtung in Pankow wird von der Gesellschaft Zukunft im Zentrum betrieben.

Über 80 Prozent der Menschen, die das Angebot im Pankower LernLaden nutzen, sind auf der Suche nach einem neuen Job, berichtet Nina-Sybil Klüppel. Die anderen wollen sich in ihrem bisherigen Beruf weiterbilden. „Sie alle beraten wir nicht nur in Punkto Aus- und Weiterbildung. Wir bieten auch Hilfe bei der beruflichen Um- und Neuorientierung an. Sie erhalten Informationen über Finanzierungsmöglichkeiten für Bildungsmaßnahmen. Des Weiteren helfen wir mit einer unterstützenden Lernberatung“, fährt sie fort.

Außerdem veranstaltet der LernLaden alle zwei Wochen einen Bewerbungs-Workshop für all jene, die ihre Bewerbungsunterlagen auf den neuesten Stand bringen möchten. Danach können die Ratsuchenden ihre Bewerbungsunterlagen an drei Computern im Laden gleich einmal aktualisieren. Dafür stehen den Teilnehmern PC-Arbeitsplätze täglich von 10 bis 18 Uhr zur Verfügung.

Jedes Jahr kommen über 5000 Besucher in den Pankower LernLaden. Etwa 3000 von ihnen nehmen eine ausführlichere Beratung durch die Bildungsberater in Anspruch, so wie Nguyen Thi Bao Yen. Manche nehmen dann auch gleich das Angebot des Projektes „Talentkompass“ wahr. Dieser spezielle Kurs ermöglicht den Teilnehmern sich bewusst zu werden, über welche Kompetenzen sie verfügen, um ihren weiteren beruflichen Weg planen.

Eine der Talentkompass-Teilnehmerinnen war die Pankowerin Lorna Ather. Sie wollte nach der Geburt ihres Kindes wieder ins Berufsleben einsteigen. In ihren Beruf als Projektmanagerin konnte sie leider nicht zurück. „Beim Talentkompass-Kurs bekam ich viele Anregungen. Danach entschloss ich mich, mich selbstständig zu machen. Ich bin jetzt freiberufliche Schwangerschafts-Concierge und Baby-Planner“, berichtet sie. „In meinem neuen Job fühle ich mich wohl, und es läuft sehr gut.“

Dass die drei Berliner LernLäden inzwischen 100 000 Beratungen durchführten, beeindruckte auch Arbeitsstaatssekretär Boris Velter. „Ich denke, die tolle Resonanz auf dieses Angebot hat mehrere Gründe“, sagt er. „Zum einen möchten sich viele Berliner weiterbilden und nutzen deshalb dieses offene auf Zielgruppen zugeschnittene Angebot. Weitere Gründe: Hier erhält jedermann eine kostenfreie Beratung. Alles basiert auf völliger Freiwilligkeit. Die Ladensituation sorgt dafür, dass jeder ohne Anmeldung einfach hereinkommen und sich Rat holen kann.“

All diese Gründe sprechen dafür, dass die LernLäden auch weiterhin erfolgreich sein werden. Geöffnet ist der Pankower LernLaden an der Stargarder Straße 67 von Montag bis Freitag jeweils von 10 bis 18 Uhr. Weitere Informationen zu allen drei Berliner LernLäden gibt es auf www.lnbb.de.

BW
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