Polizei warb für mehr Sicherheit an der Ecke Schönhauser

Mit einer gelben Folie auf der Straße machten die Polizisten auf die Gefahren des "Toten Winkels" aufmerksam. (Foto: BW)

Prenzlauer Berg. Von ungewöhnlich hoher Polizeipräsenz wurden vor wenigen Tagen Verkehrsteilnehmer auf der Schönhauser Allee überrascht. Polizeibeamte aus ganz Berlin führten auf der Straße, aber auch an anderen Stellen in der Stadt eine präventive Verkehrsaktion durch. Auf der Schönhauser Allee ging es den Polizisten vor allem darum, Radfahrer und Autofahrer gegenseitig für mehr Sicherheit zu sensibilisieren.

An der Ecke stoßen Kastanienallee, Eberswalder Straße, Pappelallee und Danziger Straße auf die viel befahrene Schönhauser Allee. Auf dem Radweg der Schönhauser Allee sind jede Stunde Hunderte Radfahrer unterwegs. "Besonders gefährlich ist dieser Bereich, weil hier zusätzlich noch drei Straßenbahnlinien die Schönhauser Allee kreuzen", sagt der Verkehrssicherheitsberater Uwe Karck. "Das beachten viele Radfahrer nicht. Viele ignorieren einfach die Bahn und dass diese Vorfahrt hat."

Der Leichtsinn von Radfahrern und die Unaufmerksamkeit von Autofahrern führen immer wieder zu schweren Verkehrsunfällen. In diesem Jahr sind in Berlin bereits sechs Radfahrer tödlich verunglückt. Erst kürzlich gab es einen tödlichen Verkehrsunfall mit einem Radfahrer auf der Prenzlauer Allee. Diesen nahmen die Polizisten zum Anlass, um explizit auf das Thema "Toter Winkel" aufmerksam zu machen. Unter anderem verteilten sie Informationsfaltblätter an Radfahrer und Lkw-Fahrer.

"Der Lkw-Fahrer kann den Raum neben seinem Führerhaus gut überblicken. Außerdem kann er den Bereich überblicken, den er durch seinen rechten Außenspiegel sieht", erklärt Uwe Karck. "Genau dazwischen befindet sich aber der ,Tote Winkel‘." Die Polizisten empfehlen: Man sollte sich an jeder Kreuzung vergewissern, ob kein Lkw neben einem steht, der abbiegen will. Sollte das doch der Fall sein, ist unbedingt Blickkontakt mit dem Fahrer aufzunehmen. Dazu sollt man in den Lkw-Außenspiegel schauen. Dabei gilt die Faustregel: Kann man den Fahrer nicht sehen, sieht einen der Fahrer auch nicht. Dann sollte man schnell Abstand vom Lkw nehmen.

Auch darüber, was ein verkehrssicheres Fahrrad ist, klärten die Polizisten auf. Und natürlich über mögliche Verwarnungsgelder, die dem Radfahrer drohen, sollte sein Fahrrad Mängel aufweisen. Wer auf der Straße mit fehlender oder defekter Beleuchtungsanlage angetroffen wird, muss zum Beispiel 20 bis 35 Euro löhnen. Eine fehlende Klingel kostet 15 Euro Verwarnungsgeld, unvorschriftsmäßige Bremsen zehn Euro.

Aber den Polizisten ging es bei ihrer Aktion gar nicht darum, mit erhobenem Zeigefinger zu mahnen. Sie wollten vielmehr im Gespräch für mehr Vorsicht und gegenseitige Rücksichtnahme im Straßenverkehr werben. So konnte auch Verkehrssicherheitsberater Uwe Karck resümieren, dass er keine gebührenpflichtige Verwarnung erteilen musste, aber duzende Radfahrer mit für sie wichtigen Informationen versorgt hat.


Bernd Wähner / BW
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