Stöbern in heimatlicher Geschichte

Auch altes Kücheninventar ist Bestandteil der riesigen Sammlung des Rudower Heimatvereins. (Foto: Sylvia Baumeister)
Berlin: Rudower Heimatverein |

Rudow. Seit seiner Gründung 1987 präsentierte der Rudower Heimatverein 83 Ausstellungen. Die neueste, „Rudower Industrie im Wandel der Zeit“, ist bis 8. November zu sehen. Der Verein ist immer auf der Jagd nach authentischem Material aus der Geschichte des Bezirks und des ehemaligen Vororts Rudow.

Der Wunsch, ein kleines Straßenverzeichnis mit einem Rückblick auf die Rudower Geschichte neu aufzulegen war ausschlaggebend dafür, dass im März 1987 sechs Herren aus Rudow den „Rudower Heimatverein“ gründeten. Das erste Exponat des Vereins, ein drei Mal sechs Meter großes Luftbild von der Gropiusstadt, fand erstmal Platz im Keller der Sonderschule in Alt-Rudow 60, die heute als Kulturzentrum Alte Dorfschule Rudow genutzt wird. Schon ein Jahr später, im Mai 1988, präsentierte der Verein eine erste Ausstellung im Lehrerzimmer hinter der Dorfschule, dem heutigen Hauptsitz des Vereins, mit Dias, Postkarten und Fotos, die man bis dahin vom ehemaligen Vorort Rudow gesammelt hatte.

Mit dem Anwachsen der Exponate konnte der Verein bis heute 83 Ausstellungen auf die Beine stellen, einige davon auch an Stätten außerhalb des Ortsteils. „Irgendwann reichte der Platz für unsere Exponate und Ausstellungen kaum noch aus. Deshalb stellten wir eine Zeitlang auch im Gemeinschaftshaus aus“, berichtet Manfred Ziemer, erster Vereinsvorsitzender. Weil die Kosten dafür stiegen, bleibt der Verein nun lieber in seinen Räumen. Seine 73 Mitglieder sind derweil immer noch auf der Jagd nach allem, was als authentisches Zeugnis der jüngeren und älteren Geschichte des Bezirks und des Ortsteils gelten kann, von Fotos, Straßenplänen und Zeitschriften bis hin zu Büchern, Haushaltsgeräten und Möbeln. Auch Lebensgeschichten von älteren Rudowern werden immer gesucht.

Viele der Vereinsmitglieder sammeln auch ganz persönliche Exponate, die sie in Themenausstellungen zeigen, wie Manfred Knoblauch. In einem Teil des Vereinshauses, dem „Rundfunkmuseum“ präsentiert er Rundfunkgeräte aus verschiedenen Epochen, zu Hause hat er auch noch fast 2000 Exponate. „Manche sammeln Sahnedeckel, ich sammle seit über 40 Jahren Tonträger und Radios und opfere viel Zeit dafür“, erzählt er.

Viel Zeit verbringen er und seine Vereinskollegen auch mit der Vorbereitung von Ausstellungen. „Rudower Industrie im Wandel der Zeit“ begann soeben und läuft bis 8. November. In seinen Räumen zeigt der Verein Fotos und Originalteile aus Industrieproduktionen. Auf Führungen geht es an Orte in Rudow, in denen diese einst hergestellt wurden. SB

Infos unter www.rudow.de/heimatverein sowie Anmeldung über  662 36 62.
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