Schottenburg bis Ende November saniert

Nur noch Pflasterarbeiten und die Rasenansaat fehlen, dann sind auch die Außenanlagen der Schottenburg fertig gestellt. (Foto: Ulrike Martin)
 
Der Eingang zur Schottenburg im Brittendorfer Weg 16b. (Foto: Ulrike Martin)
Berlin: JFE Schottenburg |

Zehlendorf. Eine fast unendliche Geschichte: vor inzwischen vier Jahren begann die Sanierung der musikbetonten Jugendfreizeiteinrichtung (JFE) Schottenburg. Jetzt ist bis auf Kleinigkeiten alles fertig. Ende November sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

Fehlende Unterlagen, unzureichender Brandschutz und der sehr schlechte Zustand des Gebäudes hätten die Bauarbeiten so lange hingezogen, erklärte Stadträtin Maren Schellenberg (B’90/Grüne) in einer Antwort auf eine Anfrage der CDU-Fraktion in der jünsten Bezirksverordnetenversammlung. „Wahrscheinlich wäre es besser gewesen abzureißen und neu zu bauen“, sagte sie weiter. „Wir können heilfroh sein, dass trotz des mangelhaften Brandschutzes nichts passiert ist.“

In den zurückliegendne vier Jahren wurden zwei Fluchttreppen gebaut sowie der Brandschutz verbessert und erneuert. Der Innenausbau im Keller und im Erdgeschoss ist fertig. Schallschutzmaßnahmen wurden umgesetzt, das Leitungsnetz für Wasser, Abwasser und Heizung teilweise erneuert. Auch die Feuerwehrzufahrt ist neu.

Die beauftragte Firma arbeitet jetzt an den Restleistungen für die Außenanlagen. „Pflasterarbeiten an der neuen Außentreppe zum Kellergeschoss sind noch auszuführen, hinzu kommen Erdarbeiten mit Mutterboden, Rasenansaat und der Rückbau der Baustraße“, erläuterte die Stadträtin.

Das Chaos in der Schottenburg begann im Herbst 2012. In den Kellerräumen der musikbetonten JFE im Brittendorfer Weg 16b wurde Schimmel festgestellt, Proben im Keller waren nicht mehr möglich. Im Frühjahr 2013 stellte der Bezirk 140 000 Euro für die Instandsetzung bereit. Das Geld kam dann aber bei einer notwendig gewordenen Sanierung des Daches des Seitenflügels zum Einsatz. Das Dach wurde abgetragen und durch eine Plane ersetzt. Diese wiederum hielt mehreren starken Regenfällen nicht stand. Wasser drang in das Haus ein und richtete immensen Schaden an, zerstörte unter anderem Mobiliar und Computer im Wert von mehreren Tausend Euro.

Nachdem das Dach endlich saniert war und die Arbeiten an den Räumen beginnen sollten, stellte sich heraus, dass es nur Unterlagen von 1953 gab, dem Baujahr. Auch lag keine Genehmigung für die tatsächliche Nutzung der Räume vor. So wurde seit Jahren im Heizraum getöpfert, Fotolabor und Kohlelager wurden als Musikübungsräume genutzt. Dafür mussten nachträglich Genehmigungen erteilt werden.

Im März 2015 legte der Bezirk ein Gesamtbudget von 250 000 Euro fest, aber der Personalmangel im Hochbauamt führte wiederum zu Verzögerungen. Schließlich sollte alles im Oktober 2016 fertig sein.

Aber: Bei den Arbeiten wurden Wasserleitungen gefunden, die die Baugrube kreuzten. Wie sich nach Suchschachtungen herausstellte, konnten diese Leitungen nicht verlegt werden. Also musste die benachbarte Fluchttreppe aus dem Keller um 180 Grad gedreht werden, was bis zum Frühjahr 2017 dauerte.

Insgesamt kostete die Sanierung der Einrichtung bisher rund 680 000 Euro. Für die Restarbeiten rechnet Schellenberg mit weiteren 60 000 Euro. „Das sind zusammen 740 000 Euro, fast 15 Prozent der Mittel, die der Bezirk für die bauliche Unterhaltung sämtlicher außerschulischer Gebäude ausgeben kann.“ uma
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